Entscheidung: Concrete Design Competition 2025/2026

Vier siegreiche Projekte zum Thema „Transform“

Transform lautete der Titel des Studierendenwettbewerbs Concrete Design Competition 2025/2026. Das Informationszentrum Beton (IZB) suchte Beiträge zu den Themen Emissionssenkung, Erhalt und Wiederverwendung, aber auch zu sich verändernden Planungs- und Baupraktiken sowie zur Erkundung neuer Technologien und Baustoffe. Im Rennen waren Forschungs- und Entwurfsarbeiten aus den Fachrichtungen Architektur, konstruktiver Ingenieurbau, Produktdesign und Medienkunst. Die Jury vergab einen ersten Platz, einen zweiten Platz und zwei dritte Plätze.

Darstellung aus dem Projekt „The Liquid Stone Paradox“ von Ghiath Mardini
Versuchsfoto aus dem Projekt „Transforming Concrete Assembly“ von Robin Karutz
Darstellung aus dem Projekt „WG-Haus Lichtenberg“ von Paula Dudziak und Justus Voigt

Preisträger*innen

  • Den ersten Platz belegte Ghiath Mardini von der Technischen Universität Darmstadt. In ihrem Projekt The Liquid-Stone Paradox ging sie der Frage nach, wie sich beim Wiederaufbau zerstörter Orte auch ihre früheren Charakteristiken wiederherstellen lassen. Die Studentin schlägt einen Prozess vor, der die Stadtgesellschaft unmittelbar einbindet. Anhand von Fotografien, Erzählungen und digitalen Rekonstruktionen sollen sich Ornamente und andere architektonische Elemente per 3D-Betondruck nachfertigen lassen. Konstruktive Aspekte lässt die Arbeit offen. Für die Jury ausschlaggebend waren jedoch das Konzept und die zeichnerischen Darstellungen, die Ghiath Mardini lieferte.
  • Auf dem zweiten Platz landete Robin Karutz von der RWTH Aachen University. Er entwickelte ein magnetisches Verbindungssystem, mit dem sich Betonbauteile reversibel fügen lassen. Zu seiner Arbeit Transforming Concrete Assembly gehörten Modelle und Testreihen, um die Belastbarkeit der Verbindungen zu prüfen. Diese experimentelle Forschung und die Neuartigkeit des konstruktiven Prinzips erhielten viel Lob. Zugleich stellte die Jury Unklarheiten hinsichtlich Tragfähigkeit, Auflagerpunkte und praktischer Umsetzung fest.
  • Einen der beiden dritten Preise erhielten Paula Dudziak und Justus Voigt von der Universität der Künste Berlin. In ihrem Beitrag nutzten sie einen demontierten Berliner Plattenbau als Spendergebäude für ihr WG-Haus Lichtenberg. Die Arbeit sieht ein neues Gebäude vor, das vorhandene Strukturen und Materialien aufgreift und weiterentwickelt. Mit Großtafelelementen schufen sie einen ausdrucksstarken Baukörper, der mehr an das Aalto-Hochhaus in Bremen als an einen WBS70 denken lässt. Dieser gestalterische Umgang mit der Platte fiel auch der Jury positiv auf. Ebenso würdigte sie die klare und verständliche Darstellung, obwohl einzelne Grundrisse und konstruktive Fragen noch nicht vollständig ausgearbeitet sind.
  • Léon Bischoff von der Technischen Hochschule Köln, der den zweiten dritten Preis erhielt, beschäftigte sich ebenfalls mit der Wiederverwendbarkeit von Fertigteilen. Im Fokus seiner Arbeit De/Construct Brutalism stand das 1974 fertiggestellte Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Trier. Er erfasste und bewertete die Bauteile in einem Materialkataster und stellte Möglichkeiten für ihre Wiederverwendung zusammen. Die Jury hob besonders die umfangreiche Recherche- und Dokumentationsleistung hervor. Defizite sah sie bei der Betrachtung von Aufbereitung und konstruktiven Details sowie bei der räumlichen Qualität des Entwurfs.

Die nächste Ausschreibung für das akademische Jahr 2026/2027 ist bereits veröffentlicht und steht unter dem Motto Solide. Ausführliche Informationen zum Wettbewerb, den Preisträger*innen und Anerkennungen gibt es auf der dazugehörigen Webseite (siehe Surftipps).

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