Englands schönste Gartenschätze

Englands schönste Gartenschätze

Kathryn Bradley-Hole

Callwey, München 2026
320 Seiten, gebunden/Hardcover
Mit einem Vorwort des Duke of Devonshire; Originalausgabe „English Gardens: From the Archives of Country Life Magazine“, Rizzoli NY

Preis: 45 EUR

ISBN 978-3-7667-2893-7

Seit Hunderten von Jahren ist das Gärtnern ein wichtiger Bestandteil der englischen und britischen Kultur. (...) Derzeit gärtnern mehr Menschen, und das auf höherem Niveau, als je zuvor. (...) So viele und so gute mittelgroße bis große Privatgärten wie heute gab es noch nie“, erläutert der Duke of Devonshire. Er lebt mit seiner Familie in Chatsworth House inmitten eines rund vier Quadratkilometer großen Landschaftsparks. Als Erbe einer langen Familientradition ist er sich der Verantwortung für das Herrenhaus und den Park bewusst. Beides hält er sorgfältig instand und modernisiert es nur in wenigen ausgesuchten Teilen. Zum Vergleich der Dimensionen: Chatsworth Park ist größer als der Englische Garten in München oder der Central Park in New York City, aber etwas kleiner als die gesamte Fläche des Berliner Tiergartens.

Kathlyn Bradley-Hole, Gartenexpertin und Autorin, unter anderem für die BBC, ergänzt weitere Fakten wie beispielsweise, dass 2017 die Gartenbauwirtschaft mit 600.000 Arbeitsplätzen 24,2 Milliarden Pfund zum britischen Bruttoinlandsprodukt beitrug. In ihrem Buch erläutert sie anhand historischer Schwarz-Weiß-Fotografien, seltenen Autochromen und hervorragenden Farbfotografien aus den letzten 20 Jahren – alle aus dem Archiv der Zeitschrift Country Life – soziokulturelle, politisch-finanzielle und durch Moden beeinflusste Wechselwirkungen zwischen Architektur, Landwirtschaft und Gartenbaukunst. So zeigt sie üppige Fassadenbegrünungen aus dem frühen 20. Jahrhundert, die, wären keine Hausherrinnen und Kindermädchen in altmodischen Gewändern zu sehen, erstaunlich modern wirken.

Die Tradition weitläufiger, kurzgeschorener Rasenflächen kommentiert Bradley-Hole mit botanisch-biologischen Argumenten und grenzt sie vom heutigen Trend zum naturnahen Gärtnern ab. Klimawandelbedingte Trockenzeiten, die uralte Baumbestände genauso gefährden wie junge Anpflanzungen, sind auch im eher regnerischen England eine Herausforderung.

Das Buch ist in 15 Kapitel gegliedert, in denen Bradley-Hole 35 Gärten und ihre wesentlichen Eigenschaften vorstellt. Dabei gibt sie zahlreiche Hinweise auf weitere Gärten. Die Bandbreite reicht von kirchlich-klösterlichen und formalen Gärten über Küchen-, Rosen- und Arts-and-Crafts-Gärten bis zu modernen Anlagen und Landschaftsparks. Weitere Kapitel widmen sich der Rolle von Gewächshäusern und dem Einsatz von Wasser als atmosphärische Inszenierung, Pflanzenjägern und deren Sammlungen sowie zur Bedeutung denkmalpflegerischer Rekonstruktionen und Neuinterpretationen.

Die Vielfalt ist beeindruckend und inspirierend: Gärten mit freilaufenden Hühnern, technisch ausgeklügelten Kaskaden, spiegelsymmetrische Parterre-Beeten, weitläufigen Wildgehege mit Ha-has, Grotten, Fischteichen zur Zierde und zum Verzehr der Fische, theatralischen Sichtachsen, Beatrix Potters Häschengarten und impressionistisch-ökologische Staudenwiesen.

Ein Anhang listet die 35 Gärten mit Adresse, Kontakt und Besuchsmöglichkeiten sowie einer Karte der Standorte auf. Die Literaturliste reicht von barocken Werken des 17. Jahrhunderts bis zu Klassikern und Geheimtipps wie dem mehrfach zitierten Luca Turin „The Secret of Scent: Adventures in Perfume and The Science of Smell“ aus dem Jahr 2006.

Autorin: Prof. Dr.-Ing. Susanne Junker, Berlin

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