Endemiten / endemisch
Als Endemiten werden Pflanzen- oder Tierarten bezeichnet, deren natürliches Vorkommen auf ein klar abgegrenztes geografisches Gebiet beschränkt ist. Sie unterscheiden sich damit von Kosmopoliten, die weltweit oder sehr weit verbreitet sind. Der Begriff leitet sich vom altgriechischen éndēmos („einheimisch“) ab; Arten mit einem solchen Verbreitungsmuster gelten als endemisch.
Endemismus entsteht meist durch räumliche Isolation oder begrenzte Ausbreitungsmöglichkeiten. In isolierten Regionen ist der Austausch zwischen Populationen eingeschränkt, sodass sich Arten über lange Zeit unabhängig voneinander entwickeln können. Gleichzeitig erschweren geografische Barrieren ihre weitere Ausbreitung. Besonders endemitenreich sind daher Inseln, Hochgebirge, Täler und abgeschlossene Gewässersysteme. Dabei lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden: Neoendemismus beschreibt Arten, die sich innerhalb eines isolierten Gebietes neu entwickelt haben. Paläoendemismus hingegen bezeichnet ehemals weit verbreitete Arten, deren Vorkommen heute auf wenige Rückzugsräume beschränkt ist.
Beispiele für endemische Gewächse sind das Bayerische
Löffelkraut in Bayern, der Drachenbaum (Dracaena draco) auf den
Kanarischen Inseln oder die Pfingst-Nelke (Dianthus
gratianopolitanus) in Mitteleuropa.
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