Eingangs- und Ausstellungsgebäude Forum im LWL-Museum Hellerlecht in Detmold

Wiederverwendetes Holz als Gestaltungselement

Das LWL-Museum Hellerlecht in Detmold vermittelt anhand historischer Gebäude und Kulturlandschaften rund 500 Jahre westfälische Alltags- und Baukultur. Das neue Forum ergänzt das Freilichtmuseum um wechselnde Sonderausstellungen und dient als Eingangsbereich, Veranstaltungsort und Anschauungsobjekt für nachhaltige Baukultur. Der von ACMS Architekten entworfene Neubau umfasst rund 3.100 Quadratmeter Nutzfläche mit Foyer, Ausstellung, Veranstaltungsbereichen, Gastronomie und Bildungsangeboten. Das Stuttgarter Planungsbüro Atelier Brückner entwickelte ein ganzheitliches Konzept für Innenarchitektur, Ausstellung und Leitsystem. Die Eröffnungsausstellung „Materia“ widmet sich den Baustoffen Holz, Lehm, Stroh und Beton – sie verbindet Kulturgeschichte, Architektur, Kunst und Fragen des nachhaltigen Bauens.

Die Eröffnungsausstellung „Materia“ widmet sich den Baustoffen Holz, Lehm, Stroh und Beton.
Die Wiederverwendung von Holz ist ein konzeptionelles Leitthema.
Zentrales Exponat ist ein rund acht Meter langes Geländemodell des 90 Hektar großen Freilichtmuseums.

Wiederverwendetes Holz für das Mobiliar

Im Erdgeschoss empfängt eine lange Theke die Besucherinnen und Besucher: Sie verknüpft Kasse, Information und Shop. Historische Treppenteile dienen als Präsentationsfläche, Bänke aus wiederverwendetem Holz schaffen Aufenthaltsorte im Foyer. Zentrales Exponat ist ein rund acht Meter langes Geländemodell des 90 Hektar großen Freilichtmuseums, ergänzt durch Projektionen und acht barrierefrei angeordnete Medienstationen. Hier können sich die Besucher bereits vor dem Rundgang einen Eindruck verschaffen. Ein Architekturmodell im Treppenauge veranschaulicht wesentliche Baustoffe des Neubaus: Holz, Lehm und CO₂-reduzierter Beton. Das gut 60 Quadratmeter große Auditorium mit 140 Plätzen bietet Raum für Lesungen, Filmabende, Vorträge und andere Kulturveranstaltungen. Im zweiten Obergeschoss wird das Forum zum Lernort für Kinder: Neben Pädagogik- und Werkraum verbindet eine Mühlenwerkstatt Spiel, Handwerk und Wissen.

Gesteckte und geschraubte Verbindungen

Die Wiederverwendung von Holz ist ein Leitthema innenarchitektonischen Konzeptes. Ein Teil der Hölzer stammt aus dem Museum: Alte Bohlen, Balken und Treppenelemente wurden sorgfältig aufbereitet, gereinigt und gegen Schädlingsbefall behandelt. Anschließend fanden sie als Sitzflächen, Kassenfronten, Shopmöbel und Tischplatten eine neue Verwendung. Ergänzt werden sie durch PEFC-zertifizierte Multiplexplatten mit schwarzer Beschichtung, die vor allem für Einfassungen und Unterkonstruktionen eingesetzt wurden. Die Bauteile sind überwiegend gesteckt und verschraubt statt verklebt. Sichtbare, an traditionelle Zimmermannsverbindungen erinnernde Verbindungen machen die Konstruktion nachvollziehbar; zudem ermöglichen sie eine Demontage, Wiederverwendung und den sortenreinen Rückbau.

Das Forum ist als Schaufenster und Weiterentwicklung des Museums zu verstehen: Historische Materialien werden wiederverwendet und traditionelle Handwerkstechniken mit digitaler Vermittlung kombiniert.

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