Einführung Gründungen und Fundamente
Gründungen und Fundamente haben eine wichtige statische Aufgabe. Sie sorgen dafür, dass die Last des Bauwerks auf den Baugrund übertragen und dort gleichmäßig verteilt wird. Da die Festigkeit der Böden geringer ist als die Festigkeit der Baustoffe, werden lastverteilende Fundamente unter den tragenden Elementen des Bauwerks angeordnet.
Historische Gründungen
Bevor sich Beton etablierte, kamen in Europa unter anderem Steinblock- und Steinschüttfundamente zum Einsatz, bei denen Steine in den weichen, plastischen Boden gepresst wurden. Pfahlgründungen wurden in Gebieten mit weichen oder fließenden Böden genutzt, beispielsweise in Venedig, Amsterdam und St. Petersburg. Sie sind aber auch bei Wasserschlössern und Kirchen und Holzlagen aus Baumstämmen zu finden.
Früher fehlten Maschinen und Verfahren, um den Grundwasserstand abzusenken. Den historischen Gründungsmethoden ist gemeinsam, dass sie keine Last verteilende Zugkraft parallel zur Gründungsebene aufnehmen konnten, lediglich vertikale, höchstens horizontale Druckkräfte. Mitunter kam es zu Setzungen, etwa bei Turmbauten. Aufgrund der Lastkonzentrationen kann zu hohen Randpressungen kommen. Infolge ungleichmäßiger Setzung gerieten die Bauwerke in Schieflage, wie beim Turm von Pisa.
Flach- und Tiefgründungen
Heute wird bei den meisten Bauwerksgründungen Stahlbeton bevorzugt. Je nachdem, wie weit die Gründungen in den Boden reichen, handelt es sich um eine Flach- oder eine Tiefgründung. Zu den Flachgründungen zählen etwa Fundamentplatten, bei denen die Last als statisch wirkende Fläche gleichmäßig abgetragen wird. Auch Einzelfundamente mit Stützenfuß, Block oder Köcher sowie Streifenfundamente gehören zu den Flachgründungen. Sie zentrieren die Kräfte punkt- oder streifenförmig auf mehrere Laststellen eines Gebäudes.
Tiefgründungen kommen zum Beispiel dort zum Einsatz, wo der Baugrund erst in größerer Tiefe tragfähig ist. Oft erfolgt die Lastabtragung über Pfahlgründungen oder Pfahlwände. Es gibt aber auch Senkkastengründungen und sogenannte Brunnengründungen.
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