Einfach Um-Bauen
Konzepte für das robuste Sanieren von Wohngebäuden
Robustere Konstruktionen, bessere Rahmenbedingungen – Können Sanierungen und Umbauten effizienter werden? Mögliche Strategien ermittelten Forschende der Technischen Universität München im Projekt Einfach Um-Bauen – Konzepte für das robuste Sanieren von Wohngebäuden – CO2-Reduktion ohne Steigerung der Warmmiete. Dabei betrachteten sie den Lebenszyklus von typischen Münchner Wohngebäuden und entwickelten Sanierungsoptionen, die den Energiebedarf wirkungsvoll senken und zugleich keine Mieterhöhung erfordern.
Die von 2023 bis 2025 durchgeführte Forschung förderte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Die Mittel stammten aus dem Innovationsprogramm Zukunft Bau. Seit Herbst 2025 liegt der umfangreiche Abschlussbericht mit fast 140 gut strukturierten und übersichtlich gestalteten Seiten vor. Ausgangspunkt der Forschenden ist, dass zur Senkung des Energiebedarfs im deutschen Wohnungsbestand eine Steigerung der Sanierungsquote notwendig ist und dafür kosteneffiziente und ressourcenschonende Lösungen entscheidend sind.
Im Fokus standen vier repräsentative Gebäude der kommunalen Wohnungsgesellschaft Münchner Wohnen aus den Baujahren 1950 bis 1984. Insgesamt 1.140 Sanierungsvarianten analysierte man und bewertete ihren Lebenszyklus mithilfe realitätsnaher Simulationen. Berücksichtigt wurden einzelne und kombinierte bauliche Maßnahmen, ein Wechsel der Wärmeerzeugung sowie Lebenszykluskosten und graue Emissionen der Maßnahmen. Die Forschenden untersuchten zudem die Abweichung zwischen berechnetem Energiebedarf und tatsächlichem Verbrauch im Betrieb. Sie argumentieren, „dass sich durch diese ganzheitliche Betrachtung Sanierungslösungen finden lassen, die in der Praxis den Energiebedarf wirksam senken, weniger kosten und trotzdem im Vergleich zu einer EH55-Sanierung genauso viel CO2 einsparen“.
Im Ergebnis macht die Untersuchung deutlich, dass ein Wechsel bei der Wärmeerzeugung – vor allem zu Fernwärme oder Pelletheizungen – die wirksamste und zugleich wirtschaftlichste Maßnahme darstellt. Meist unwirtschaftlich ist hingegen, mit umfassenden Dämmungen den Standard eines Effizienzhauses 55 (EH55) anzustreben, also den Energiebedarf auf 55 % eines Referenzgebäudes zu senken. Das gilt insbesondere bei Gebäuden, die im Bestand bereits gut gedämmt sind.
Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass eine gebäudespezifische Kombination von Maßnahmen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis liefert und damit CO2-Einsparungen auf einem mit dem EH55 vergleichbaren Niveau möglich sind. Der Abschlussbericht und vorangegangene Veröffentlichungen stehen auf der Projektwebseite kostenlos zum Download zur Verfügung. Eine Kurfassung ist auf der Webseite des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zu finden (siehe Surftipps).
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