DIN 18533 – erdberührte Bauteile
Die Normenreihe DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen ist im Juni 2026 in geänderter Fassung erschienen und ersetzt die Ausgabe von 2017 einschließlich Änderung A1.
Die Norm ist aufgegliedert in drei Teile:
- Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
- Teil 2: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen
- Teil 3: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen
Die DIN 18533 gilt für die Planung, Auswahl und Ausführung der Abdichtung erdberührter Bauteile mit bahnenförmigen und flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen. Erfasst werden unter anderem erdberührte Wand- und Bodenflächen. Hinzu kommen Wandquerschnitte und Sockelbereiche von Hochbauwerken sowie erdüberschüttete unterirdische Bauwerke in offener Bauweise gegen Wasser.
Das Wasser kann bei diesen Bauten auf verschiedene Weise in das Objekt einwirken, sei es als Bodenfeuchte, Kapillarwasser oder Spritzwasser. Auch hydrostatisches und nicht hydrostatisches (drückendes und nicht drückendes) Wasser ist miteinbezogen. Die aktuelle Norm spricht in diesem Zusammenhang von Wasserbeanspruchungsklassen.
Für Sonderbauten wird diese DIN-Norm nicht angewandt: Hierzu zählen Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, wasserundurchlässige Bauteile (WU-Beton), Erdbauwerke, Tunnel, Deponien.
Was ist nach aktuellem Normstand zu beachten?
Die Auswahl der Abdichtungsbauart richtet sich nach dem aktuellen Teil 1 insbesondere nach Wasserbeanspruchungsklasse, Bemessungswasserstand (BWS), Rissklasse, Raumnutzungsklasse und den Zuverlässigkeitsanforderungen. Diese Kriterien dienen dazu, die geeignete Abdichtungsbauart projektbezogen festzulegen. Um dies zu vereinfachen, gibt der Anhang B informative Hilfestellung.
Mit der Ausgabe 2026-06 wurde die Bezeichnung der Klassen von Wassereinwirkungsklassen auf Wasserbeanspruchungsklassen umgestellt. Die Wasserbeanspruchungsklassen W1-E bis W4-E beschreiben die Art und Intensität der Wasserbeanspruchung: W1-E Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser, W2-E drückendes Wasser, W3-E nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken sowie W4-E Spritzwasser und Bodenfeuchte am Wandsockel sowie Kapillarwasser in und unter Wänden.
Um die richtige Bauart der Abdichtung erkennen zu können, muss die angenommene Neurissbildung oder die Aufweitung vorhandener Risse bestimmt werden; dazu wurden Rissüberbrückungsklassen (RÜ1-E bis RÜ4-E) und Rissklassen (R1-E bis R4-E) festgelegt. Für die Auswahl der Abdichtungsbauart ist in Teil 1 vor allem die Rissklasse maßgebend; die Rissüberbrückungsklassen beschreiben die rissüberbrückenden Eigenschaften der Abdichtungsstoffe und werden in den stoffspezifischen Teilen 2 und 3 zugeordnet.
Die vorgesehene Nutzung des abzudichtenden Bauteils ist ebenfalls eine wichtige Variable; hierbei wird unterteilt in die Raumnutzungsklassen 1 bis 3 (RN1-E bis RN3-E). RN1-E sind Räume mit geringen Anforderungen an die Nutzung, wie zum Beispiel offene Hallen oder offene Lager. Hohe Anforderungen an die Nutzung könnten Serverräume oder Rechenzentren sowie Räume mit wertvollen Kunstsammlungen sein.
Die fünf Kategorisierungen der DIN 18533:
- Wasserbeanspruchungsklasse
- Rissklasse
- Bemessungswiderstand (BWS)
- Raumnutzungsklasse
- Zuverlässigkeitsanforderungen
Hinweis: Die Rissüberbrückungsklassen bleiben weiterhin relevant, sind jedoch den Abdichtungsstoffen beziehungsweise Abdichtungsbauarten in den stoffspezifischen Teilen zugeordnet.
Desweiteren werden Verformungen klassifiziert und in fünf Klassen (VK1-E bis VK5-E) eingeteilt. Diese Verformungsklassen betreffen insbesondere Bewegungsfugen; die jeweilige Abdichtungsbauart ist entsprechend der zu erwartenden Verformung zu wählen. Die Bestimmungen der Querschnittsabdichtungen in und unter nicht querkraftbelasteten Wänden sind im Zusammenhang mit der Wasserbeanspruchungsklasse W4-E zu betrachten.
Neu aufgenommen bzw. präzisiert wurden unter anderem Regelungen zu Abdichtungen auf Dämmstoffuntergründen, zu abgesenkten Türanschlüssen sowie zu flexiblen polymermodifizierten Dickbeschichtungen (FPD).
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