Digitales Bautagebuch
Mit dem Einsatz digitaler Techniken, wie Virtual und Augmented Reality (virtueller und erweiterter Realität) lassen sich künftig Bautagebücher und die Kommunikation auf der Baustelle deutlich vereinfachen. Schon jetzt werden diese Tools besonders auf Baustellen großer Bauunternehmen eingesetzt und für eine Massentauglichkeit weiterentwickelt.
Digitale Baustelle
Der digitale Wandel macht auch vor der Baustelle keinen Halt. Neben mobil nutzbaren Baustellenmanagement-Softwares werden mittlerweile Tools, wie 3D-Scanner und Künstliche Intelligenz (kurz: KI) vermehrt für das Qualitäts- und Kostenmanagement einer Baustelle genutzt. Was vor ein paar Jahren noch nach Zukunftsmusik klang, ist auf vielen Baustellen bereits Standard. Steuerbare Roboterarme und konditionierte Scan-Bots nehmen zunehmend den Diskussionsraum rund um die Zukunft der Baustelle ein und zeigen, wie Menschen und Roboter voneinander profitieren und für einen effizienten Bauablauf sorgen können.
Kommunikation im Detail
Mit der Einführung integraler Planungsprogramme und dem Konzept des Building Information Modeling (kurz: BIM) fanden auch die ersten Virtual- und Augmented Reality Werkzeuge ihren Weg auf die Baustelle. Mithilfe eines Handys oder eines Tablets lassen sich Pläne, 3D-Objekte und Dokumentationen visuell auf die Baustelle projizieren, was die Kommunikation und Prüfung der erfolgten Maßnahmen vereinfacht. Diese Techniken sind besonders vorteilhaft für die Ausführung von Detailarbeit und bietet für die Qualitätskontrolle einer größeren Fläche weniger Vorteile.
Analyse und Dokumentation
Hier kommen Scan-Bots und Sensoren-Technologien zum Einsatz. Während die VR und AR Tools ohne menschliche Bedienung nicht anwendbar sind, agieren 3D-Scanner eigenständig und müssen lediglich voreingestellt werden. So können Baustellen analysiert und mit digitalen Vorlagen verglichen und anschließend freigegeben werden. Mittels detaillierter Punktwolken werden die Bauteile gescannt, vermessen und digital nachgestellt, um es dann über das Originalbauteil zu legen und auf ihre Richtigkeit geprüft. So können Mängel – etwa falsche Maße im Rohbau – frühzeitig festgestellt und justiert werden. Die gesammelten Informationen stehen den Planenden anschließend als 3D-Dokumentation zur Verfügung und lassen sich so weiterverarbeiten. So sollen Baustellenzeiten und Ressourcen eingespart werden. Auch im Bestandsbau lassen sich solche Tools verwenden. Mithilfe der Punktwolken-Scans können auch hier zuverlässige Dokumentationen von Bestandsgebäuden gemacht werden. Abmessungen komplexer Bauten und detaillierte Abbildungen von Bestandssituationen vereinfachen die Planung im Bestand und verringern den Bearbeitungsaufwand.
Mit den genannten Werkzeugen lässt sich die Arbeit vor und auf der Baustelle nachhaltig entlasten und effizienter gestalten. Mehr Genauigkeit durch computergestützte Technologien können zeitintensive Arbeitsschritte ersetzen, Selbstkontrollen beschleunigen und Architekturschaffenden mehr Kapazität für die qualitative Planung und Steuerung komplexer Bauaufgaben einräumen.
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