Digital entworfene Raumskulpturen

Kunstvolles Rattangeflecht aus Thailand für Produktionsgebäude in Belgien

In den Innenräumen einer Eisfabrik in Belgien sind fließende Rattanstrukturen entstanden. Gefertigt wurden diese Objekte jedoch nicht in Europa, sondern in Thailand. Die auf Flechtarbeiten spezialisierte Firma Enter Projects Asia (EPA) nutzte digitale Planungsmethoden und 3D-Modelle für die Realisierung der organisch geformten Objekte - zu den eingesetzten Softwares gehörten Maya und Rhino. Damit die Flechtkunstwerke in das Gebäude eingebracht werden konnten, mussten die Elemente exakt an die gegebene Situation angepasst werden. Mithilfe von Schablonen und 3D-Datenaustausch konnten die Objekte im 9.000 Kilometer entfernten Thailand entwickelt und geflochten werden.

Die Rattanstrukturen ziehen sich von Raum zu Raum als verbindendes Element.
Die kunstvolle Handwerksarbeit mit digitaler Unterstützung entstand mitten in der Corona-Pandemie und sicherte den Handwerkern in Thailand ihre Existenz.
Das Design der Skulpturen sollte fließend und nahezu flüssig anmuten. Möglichst naturbelassende und nachhaltige Materialien waren Pflicht.

Das Design der Skulpturen sollte fließend und nahezu flüssig anmuten. Bei der Materialwahl sollten möglichst naturbelassene und nachhaltige Werkstoffe Verwendung finden. Es bedurfte zudem ein ausgeklügeltes Logistikkonzept, denn die vielen Einzelelemente mussten exakt zuordenbar in Schiffscontainer verpackt und nach Belgien geliefert werden. Eine digitale Zerlegung der Raumskulpturen half bei der behutsamen und dabei möglichst effizienten Befüllung der Container. Wie ein dreidimensionales Puzzle wurden sie nach der Ankunft in Belgien in der Eisfabrik zu den gewünschten Kompositionen zusammengefügt.


Das herstellende Unternehmen nutzte vor allem Videokonferenzen für die Absprache mit der Kundschaft und dem Architekturbüro. Auch virtuelle Besuche der Produktionsstätte und der Baustelle fanden statt. Im Ergebnis entstand eine acht Meter hohe Raumskulptur, die sich heute eindrucksvoll durch die Lobby der Fabrik windet. Die Idee, Handwerksarbeit mit digitalen Methoden zu verknüpfen, ist mitten in der Pandemie entstanden. Die dadurch resultierenden Umstände haben die thailändischen Handwerksfirmen vor große wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. Digitale Hilfsmittel haben einen Beitrag zur Sicherung ihrer Existenz geleistet.

Enter Projects Asia, Phuket

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