Die IBA27 macht auf sich aufmerksam
Stahlskulpturen in und um Stuttgart
In knapp 13 Monaten eröffnet das lang ersehnte Ausstellungsjahr der IBA'27 StadtRegion Stuttgart. Damit steuert die Internationale Bauausstellung nach fast zehn Jahren intensiver Planungs- und Umsetzungsarbeit auf ihren Höhepunkt zu – pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum des wertvollen Erbes, das die Moderne in Stuttgart am Weißenhof hinterlassen hat. Vom 24. April bis 30. Oktober 2027 werden all jene Projekte, die es in die engere Auswahl der IBA geschafft haben, im Mittelpunkt stehen. Dabei soll aufgezeigt werden, wie Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben in der zentralen schwäbischen Region im 21. Jahrhundert gelingen können, so die Veranstalter.
So manches Projekt ist bereits vollbracht oder auf dem besten Weg dahin. Dazu gehört etwa das Besucher- und Informationszentrum Weissenhof.Forum, das in der Weissenhofsiedlung entsteht. Im gleichen Areal findet sich auch die historische Brenzkirche, die denkmalgerecht saniert und fortgeschrieben wird. Das Holzparkhaus in Wendlingen am Neckar gehört ebenfalls zu den aufsehenerregenden Projekten, die die IBA hervorgebracht hat. Ein Parkhaus gänzlich in Holzbauweise mit Umnutzungspotenzial für die Zukunft markiert den Weitblick, den man heutzutage im Sinne nachhaltigen Bauens braucht.
Um im Vorbeigehen die Projekte und deren baukulturelle Bedeutung nicht zu übersehen, haben die Initiatoren strahlend gelbe Stahlskulpturen rund um die Bauwerke errichten lassen. Sie sollen eine weithin sichtbare Markierung sein und die Identifikation mit der IBA'27 weiter stärken. Die bis zu vier Meter hohen Installationen haben einen hohen Wiedererkennungswert und sollen auch über das Ausstellungsjahr hinaus als eine Art Stadtmöbel und Informationstafel an den Projektorten bestehen bleiben.
Entwurfsidee einer Stuttgarter Designagentur
Entworfen und realisiert hat die Stelen-artigen Elemente die Stuttgarter Designagentur Haus Otto. Diese war als Gewinnerin aus einem geladenen Wettbewerb hervorgegangen. Nach eigenen Angaben sollen die Skulpturen zwei architektonische Merkmale aufgreifen: die Treppe und das Tor. Diese seien „unabdingbar für das Zusammenspiel von Raum, Körper und Maßstab [...]. Sie definieren die Wirkung, Wahrnehmung und Nutzung unseres Lebensraums“, wie die Designer Patrick Henry Nagel und Nils Körner ihre Entwurfsidee erklären. Den Auswahl- und Gestaltungsprozess begleitete auch die Landeshauptstadt Stuttgart.
Skulpturen in unterschiedlichen Dimensionen
Die Stahlinstallationen stehen inzwischen an 22 Projektstandorten. Um den jeweiligen Größenverhältnissen gerecht zu werden, wurden vier verschiedene, modulare Varianten entwickelt. Die kleinste Ausführung stellt eine Sitzbank dar, etwa zu finden an der Brenzkirche am Killesberg. Dazu gibt es auch Sitztreppen, wie etwa am Quartier am Rotweg oder am Klett-Areal in Stuttgart. Zu den größeren Objekten zählen die Tore oder „Himmelstreppen“, die bis zu vier Meter hoch sind. Betrachten kann man sie etwa an der Hermann-Lenz-Höhe für das gegenüberliegende Weissenhof.Forum, am besagten Holzparkhaus in Wendlingen sowie auf dem Krankenhausareal in Sindelfingen. Ein weiteres Tor markiert unter anderem das Quartier Böckinger Straße in Stuttgart-Rot. -sab