DGNB-System überarbeitet: Fokus auf den Gebäudebetrieb

Zertifizierung soll Transformation des Bestands strukturieren

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ihr Zertifizierungssystem für Gebäude im Betrieb in einer neuen Version vorgelegt. Die Fassung 2026 reagiert auf aktuelle gesetzliche Anforderungen und rückt vor allem bestehende Gebäude stärker in den Fokus. Ziel ist es, Eigentümer*innen und Betreibende dabei zu unterstützen, ihre Immobilien im Alltag nachhaltiger zu betreiben und deren Zustand, Energieverbrauch und Entwicklung besser messbar zu machen.

Es werden unter anderem Energie- und Ressourcenverbrauch, Kosten sowie Auswirkungen auf Mensch und Umwelt erfasst.

Bestand im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsstrategie

Noch immer konzentriert sich ein großer Teil der Nachhaltigkeitsdebatte auf Neubauten. Die DGNB sieht jedoch die größten Potenziale im Bestand. „Die Diskussion um Nachhaltigkeit im Gebäudebereich ist nach wie vor zu sehr an den Neubau gekoppelt, obwohl längst klar ist, dass der Schlüssel zur Transformation im Bestand liegt und die Potenziale dort immens sind“, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB.

Das überarbeitete System setzt deshalb beim Ist-Zustand eines Gebäudes an. Erfasst werden unter anderem Energie- und Ressourcenverbrauch, Kosten sowie Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Auf dieser Grundlage lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten und priorisieren. Ziel ist eine schrittweise Verbesserung – nach dem etablierten Prinzip „Plan, Do, Check, Act“, einem aus dem Qualitätsmanagement bekannten Modell, bei dem Maßnahmen geplant, umgesetzt, anschließend überprüft und auf dieser Basis weiterentwickelt werden. Statt einmaliger Optimierung entsteht so ein kontinuierlicher Prozess, der Gebäude im Betrieb langfristig verbessert.

Management- und Steuerungsinstrument für den Betrieb

Anders als Zertifizierungen für Neubau oder Sanierung schaut die DGNB hier auf das, was im laufenden Betrieb tatsächlich passiert und was sich dort verändern lässt. Daraus sollen individuelle Fahrpläne für einzelne Gebäude entstehen, mit denen sie sich nach und nach in Richtung Klimaneutralität entwickeln können. Gleichzeitig soll das System als Entscheidungsgrundlage dienen: Die erfassten Daten sollen dabei helfen, Investitionen besser zu planen und Gebäude wirtschaftlich zu betreiben. Auch Risiken wie Leerstand oder der Wertverlust von Immobilien sollen so besser eingeschätzt werden können.

Anschluss an EU-Taxonomie und internationale Standards

Ein zentrales Merkmal der neuen Version ist die Anpassung an aktuelle gesetzliche Vorgaben, insbesondere die EU-Taxonomie. Dabei handelt es sich um ein Regelwerk der Europäischen Union, das definiert, wann wirtschaftliche Aktivitäten – etwa der Betrieb von Gebäuden – als nachhaltig gelten. Themen wie Biodiversität werden im System erstmals als eigenes Kriterium berücksichtigt.

Zusätzlich besteht weiterhin die Möglichkeit, eine ESG-Verifikation zu erhalten, also einen Nachweis über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte eines Gebäudes. Das System ist international angelegt und wurde gemeinsam mit Partnerorganisationen aus mehreren europäischen Ländern weiterentwickelt. Ziel ist es, Gebäude vergleichbarer zu machen – auch über Ländergrenzen hinweg – und eine einheitliche Grundlage für Bewertung und Steuerung zu schaffen.

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Die Förderlogik folgt verschiedenen Kategorien.

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Ob energetische Sanierung, Heizungsmodernisierung oder Förderung, seit 2024 greifen neue Vorgaben, die bestehende Gebäude stärker in die Pflicht nehmen.

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