DGNB entwickelt Zertifizierungssystem für Bestandsquartiere

15 Kriterien für langfristige Transformationen

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ein neues Zertifizierungssystem speziell für Bestandsquartiere vorgestellt. Es richtet sich an Kommunen, Bestandshalter, Baugenossenschaften und Sanierungsträger und soll sie dabei unterstützen, bestehende Quartiere systematisch nachhaltig weiterzuentwickeln. Anders als das bisherige DGNB-System für Quartiere, das vor allem auf Neubauentwicklungen ausgerichtet ist, steht nun die Transformation des Bestands im Mittelpunkt.

Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Grundlage der Bewertung sind eine Analyse des Ist-Zustands sowie eine darauf aufbauende Maßnahmenstrategie. Während die Neubauzertifizierung vor allem auf Effizienz abzielt, setzt das neue System auf den Erhalt vorhandener Bausubstanz, die Weiternutzung grauer Energie und die schrittweise Verbesserung bestehender Quartiere. Dabei sollen ausdrücklich auch Teilerfolge anerkannt werden, um langfristige Prozesse zu unterstützen.

„Uns geht es bei all dem weniger um die Auszeichnung von Leuchtturm-Projekten als vielmehr um die Transformation in der Breite“, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. Der Kriterienkatalog umfasst 15 Bewertungskriterien und ist damit deutlich kompakter als das bestehende Quartierssystem der DGNB. Zu den Schwerpunkten zählen Klimaschutz und Klimaanpassung ebenso wie Biodiversität, Mobilität, soziale Aspekte und ein langfristiges Quartiersmanagement. Entwickelt wurde das System in einem rund zweijährigen Beteiligungsprozess mit zahlreichen Workshops und anhand von sieben Pilotprojekten erprobt.

Nach Angaben der DGNB bestehen zudem inhaltliche Schnittstellen zu bestehenden Förderprogrammen wie der Städtebauförderung oder dem KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“. Der vollständige Kriterienkatalog steht auf der Website der DGNB kostenlos zum Download bereit (siehe Surftipps).

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