Dense + Green

Dense + Green

Thomas Schröpfer

Innovative Building Types for Sustainable Urban Architecture
Verlag Birkhäuser/De Gruyter, Berlin 2015
1. Auflage, 304 Seiten, gebunden, Englisch

Preis: 34,95 EUR

ISBN 978-3-03821-014-6

Der Umgang mit Dichte ist heute bereits von zentraler Bedeutung für die Architektur- und Stadtplanung und wird es auch in Zukunft bleiben, denn prognostiziert sind für 2030 knapp fünf Milliarden Menschen, die in Städten leben – was in etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Dafür gilt es, ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Wie dies möglich ist, erläutert Thomas Schröpfer in seinem Buch Dense + Green – Innovative Building Types for Sustainable Urban Architecture anhand von Beispielen aus Europa, Asien, Australien und den USA. Herausragende Bauwerke – wovon einige bereits im vergangenen Jahrzehnt errichtet wurden, andere erst kürzlich, weitere in den kommenden Jahren vollendet werden – beschreibt er detailliert in Bezug auf den Kontext, die grundlegende Idee, Konzeption und Grundrisse. Besonders im Fokus steht die Wechselwirkung zwischen Begrünung/Bepflanzung (auf Dächern und Terrassen, an Fassaden und Balkonen, in Atrien und Außenräumen) und der urbanen Architektur bzw. ihren Nutzern und Bewohnern.

Vorgestellt werden öffentliche Gebäude, Bürohäuser und Geschosswohnungsbauten u.a. von Sauerbruch Hutton, BIG und OMA/Ole Scheeren, aber auch von WOHA aus Singapur, wie z.B. die Newton Suites, ein Wohnhochhaus, in dem die Menschen auf 30 Stockwerken über einem sechsgeschossigen Flachbau für Pkws wohnen, dessen Dach mit Bäumen und Palmen bepflanzt, mit Pool, Yacuzzi, Yogaterrasse und Fitnessstudio ausgestattet ist. Die horizontale Begrünung setzt sich vertikal an der Hochhausfassade fort, mit weit auskragenden Balkonen, auf denen Bäumen wachsen, und einer durchgängigen Grünwand. Oder das gemischt genutzte Gebäude One Central Park (Atelier Jean Nouvel) in Chippendale, Australien, dessen zu 50 Prozent begrünte Fassade die weltweit höchste Grünwand darstellt. 370 verschiedene Pflanzenarten wachsen hier, in einem Substrat aus recycelter Kleidung aus Polyamid. Die Begrünung ist exakt auf die Gegebenheiten, Höhe und Witterung abgestimmt. Ein sehr kleines, aber feines Beispiel für durchgrüntes Wohnen ist das Vertical Garden House von Ryue Nishizawa in Tokio. Es belegt, wie sich die Wohnqualität auf einer Fläche von 4,00 x 8,00 m mit fünf Geschossen durch eine gekonnte Verzahnung von Pflanzen, Innen- und Außenraum steigern lässt. Auch die Erweiterung der Handelskammer in Amiens wird vorgestellt (siehe unten Surftipps: Baunetz Wissen Fassade).

Der Autor Thomas Schröpfer, Professor für Architektur und Nachhaltiges Design an der Singapore University of Technology and Design, zeigt und kritisiert nicht nur interessante und vielfältige Beispiele, die mit schönen Fotos und eigens angefertigten Zeichnungen gut dargestellt werden. Das Buch enthält zudem Essays zur historischen Entwicklung der Verbindung zwischen Natur und „grüner“ Technik, über die wesentlichen Bausteine ressourcenschonender Technologien oder die essenzielle Funktion, die Pflanzen für Mensch und Umwelt, aber auch für die Architektur haben. Denn sie sind formbildend, weichen Konturen auf, balancieren Proportionen aus, rahmen Ausblicke und Gebäude, heben diese hervor. Ein Beitrag von Kees Christiaanse spürt dem „grünen Urbanismus“ nach. Während solche Essays den beispielhaften Bauten vorangestellt sind, stehen am Ende des weit ausgreifenden und doch ins Detail gehenden Werkes Berichte aus der Praxis renommierter Architekturbüros wie Foster und Partners oder MVRDV.

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