Deckel drauf
Lärmschutztunnel in Hamburg
Bis 2029 werden unter dem Namen „Hamburger Deckel“ drei Lärmschutztunnel entlang der A7 fertiggestellt. Diese sollen im Zuge des Autobahnausbaus abschnittsweise den Autoverkehr vom Stadtraum abschirmen. Bereits seit Ende der 1970er Jahre zieht sich die längste Autobahn Deutschlands nördlich des Elbtunnels auch mitten durch die westlichen Stadtteile Hamburgs. Die zunehmende Auslastung erfordert einen Ausbau zur sechs-, acht- und teilweise sogar zehnspurigen Verkehrsschneise, die entsprechend auch Maßnahmen des Lärmschutzes und städtebauliche Anpassungen bedingt. Auf insgesamt 3.753 Metern erstrecken sich die drei Untertunnelungen, die oberhalb Raum für Kleingarten- und Parkanlagen freigeben und somit auch einen zusammenhängenden Grünzug ermöglichen sollen.
Nach Abschluss der Rohbauarbeiten bis Mitte 2026 für die Tunnelröhre West, die bereits 2027 in Betrieb gehen kann, wird der Tunnelquerschnitt nach Osten hin ergänzt und eine zweite Tunnelröhre für die Richtungsfahrbahn Nord angeschlossen. Geplant ist, zum Jahreswechsel 2029/2030 den Verkehr durch beide Tunnelröhren fließen lassen zu können, sodass der Autobahnverkehr unter größtmöglichem Schallschutz für die Anwohnenden geführt sein wird. Anschließend folgen noch die Rückbauarbeiten der Provisorien und die Finalisierung der Anschlussstellenbereiche beziehungsweise der Anbindung an das vorhandene Straßen- und Stadtnetz.
Anpassbare Schalungslösungen für variierende Tunnelgeometrie
Das später unterirdische Bauwerk entsteht mithilfe einer Tunnelschalungslösung auf Basis des Variokit Ingenieurbaukastens von Peri. Die ausführende ARGE der Unternehmen Hochtief und Implenia stellt dabei den Tunnel in 112 Takten mit je 20 Metern Länge in aufgelöster Bauweise her. Fünf verfahrbare Tunnelschalwagen VTC arbeiten parallel. Die Deckenschalwägen lassen sich mithilfe hydraulischer Hub- und Absenkeinheiten und ohne aufwendige Umbaumaßnahmen an die stark variierende Tunnelkontur anpassen. So bleiben Höhen und Breiten der Röhre flexibel ausführbar. Außerdem berücksichtigt die Schalwagenkonstruktion zwei Durchfahrtsöffnungen für den laufenden Baustellenverkehr.
Kompatible Systemlösungen für Schalung und Gerüste
Neben der anpassungsfähigen Geometrie liegen unterschiedliche
Gründungssituationen vor, die auch flexible Lasteinleitungen
erfordern. Hierfür konnten projektspezifische Sonderteile aus
vorangegangenen Projekten in die Variokit-Systemlösung eingebunden
werden, die dadurch auch wirtschaftlich sind. Zudem verhalf die
Kompatibilität des Ingenieurbaukastens mit dem
Peri-Up-Gerüstbaukasten zu einer ganzheitlichen Lösung, die
Schalung und Gerüste gemeinsam denkt.
Lokal vorhandene Spezialisten für Gerüst- und Schalungsbau aus der Hamburger Niederlassung sowie Unterstützung in Punkto Infrastruktur aus der Peri-Unternehmenszentrale im bayerischen Weißenhorn waren laut Hersteller von Beginn an in das Konzept eingebunden. Von der Projektplanung über die Materialbereitstellung bis hin zur Vormontage der Schalungselemente und Baubegleitung konnten durch Peri abgedeckt werden.