DC Alexander Park in Fort Lauderdale

Stadtoase statt Parkplatz

An der Südostküste des US-Bundesstaates Florida setzt sich das Stadtgebiet von Miami gen Norden mit Hollywood und Fort Lauderdale ohne Unterbrechung weiter fort. Eingebettet zwischen den urbanen Agglomerationen ist ein Flughafen. In derart dichten Siedlungsräumen spielen Grün- und Freiflächen eine wichtige Rolle. Brooks + Scarpa architects planten die Umwandlung eines vormaligen Parkplatzes in einen vielschichtigen öffentlichen Raum: Beim DC Alexander Park greifen Landschaft, Infrastruktur und Architektur ineinander. 

Spielfläche
Hängemattenlandschaft
Plattform als Schattenspender

Rampe zum Meer

Nur der Fort Lauderdale Beach Boulevard trennt den Park von einem schier endlosen, teils palmenbewachsenen Strand. Zentrales Gestaltungselement des öffentlichen Erlebnisraums ist eine skulpturale Aussichtsplattform, die sich als geschwungene Rampe aus der Topografie des Parks entwickelt. Die Besucherinnen und Besucher gelangen über eine künstlich modellierte Dünenlandschaft hinauf zu einem auskragenden Aussichtspunkt, der den Blick über den Strand und den Ozean freigibt.

Architektur und Naturgewalt

Die gewundene, teils filigrane Konstruktion in Weiß stellt vielfach Sichtbezüge her. Sie formt einen Übergang zwischen Terrain und Architektur im Spannungsfeld zwischen Überflutungsgefahr und intensiv genutzten Flächen – Resilienz wird technisch und räumlich erfahrbar. Die formale Ausgestaltung folgt den funktionalen Anforderungen: Die Rampe gewährleistet eine barrierefreie Erschließung, während die Plattform Teil der Hochwasserschutzstrategie wird. Die Auskragung reagiert auf die Küstenlinie und inszeniert die Beziehung zwischen gebautem Raum und Naturgewalt. Die offene Struktur filtert Licht und Wind, schafft ein Wechselspiel aus Schatten und Transparenz.

Wasserrückhalt und Kühlung

Der Park ist Teil der grünen Infrastruktur in einem größeren Maßstab. Er übernimmt Funktionen des Wasserrückhalts und der Kühlung und thematisiert die Wiedereinführung lokaler Ökosysteme – von Küstendünen bis hin zu tropischen Hartholz-Hängematten. Die unregelmäßig verteilten Pflanzinseln (als Dünen bezeichnet und ausgeformt) mit Palmen, Gräsern und Sträuchern sind Mikro-Bestandteile eines Stadtraums, der auf steigende Meeresspiegel und Extremwetter reagiert: Ein lebendiger Ort, der nicht nur zum Verweilen einlädt, sondern auch Schutz bietet.

Flachdach: Trag- und Deckschicht aus Beton

Der Flachdachaufbau ist eine mehrschichtige, belastbare Konstruktion. Die tragende Struktur aus Stahlbeton ist geneigt, um die gezielte Entwässerung herbeizuführen. Darauf ist eine durchgängige Abdichtungsebene ausgebildet. Es folgt eine Drainagematte zur Ableitung von Sickerwasser. Den oberen Abschluss bildet eine ca. 2,5 Zoll starke Beton-Deckschicht, welche die Lasten verteilt und als begehbare Oberfläche einer intensiven Nutzung dient. Die Detailausbildung der Anschlüsse erfolgt durch Überlappung und Einbindung der Abdichtung in die Bauteile, wodurch ein dauerhaft funktionssicheres, entwässerungsoptimiertes Flachdachsystem entsteht.

Bautafel

Architektur: Brooks + Scarpa Architects, Hawthorne
Projektbeteiligte: PLAN(t) und Keith Engineering (Landschaftsplanung); RGD (Statik, Gebäudetechnik); Sasso (Lichtdesign); Keith Engineering (Tiefbau) 
Bauherr: City of Fort Lauderdale, Community Redevelopment Agency and Parcs and Recreation 
Standort:
 500 Seabreeze Blvd, Fort Lauderdale, FL 33304, USA
Fertigstellung: 2022 
Bildnachweis: Brooks + Scarpa

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Aufgrund von Unterschieden der Regelwerke sollte vorab vereinbart werden, nach welchen Vorgaben die Leistung erbracht wird (Abb.: Baustelle Munch Museum in Oslo; Architektur: Jens Richter, Kassel)

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Feuchteschutz

Dachneigung, Gefälle

Auf einem Grundstück anfallendes Regenwasser kann entweder versickern oder für eine weitere Nutzung gesammelt werden

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