Crafting the Façade: Stone, Brick, Wood

Crafting the Façade: Stone, Brick, Wood

Carmen Rist-Stadelmann, Machiel Spaan, Urs Meister (Hrsg.)

Park Books, Zürich 2018
1. Auflage, 160 Seiten, 251 farbige und 73 s/w-Abbildungen, Format 20 x 30 cm, broschiert
Texte in englischer Sprache

Preis: 38 EUR

ISBN 978-3-03860-101-2

Wenn heute von der Gebäudehülle die Rede ist, geht es meist um U-Werte, Systemaufbauten und Normen. Das Buch Crafting the Façade: Stone, Brick, Wood dokumentiert einen anderen Ansatz: Es stellt das gleichnamige Kooperationsprojekt Crafting the Façade: Reuse, Reinvent, Reactivate der Universität Liechtenstein, der Mackintosh School of Architecture in Glasgow und der Academie van Bouwkunst in Amsterdam vor und rückt das Fügen in den Mittelpunkt, also das handwerkliche Zusammensetzen von Bauteilen zu einer Fassade. Das Projekt liegt neun Jahre zurück, allerdings sind die Erkenntnisse, besonders im Kontext der Bauwende, aktueller denn je.

Drei Jahre lang untersuchte das internationale Bildungsstätten-Trio Aspekte der Fassadenplanung im europäischen Raum, darunter die historische Entwicklung von Entwurfskonzepten und Bautechniken, traditionelle Methoden des Fassadenbaus sowie die Hauptmerkmale weit verbreiteter Materialien. Ziel der Studien war es, neue Ansätze für den Bau von Fassaden zu entwickeln. Die Analyse erfolgte auf theoretischer und praktischer Ebene. Alle drei Universitäten richteten Designstudios ein, in denen mit Bautechniken und Materialien experimentiert wurde.

Neben den Entwurfsprojekten der Studierenden entstanden auch theoretische Recherchearbeiten u.a. zur didaktischen Methodik und zum Mehrwert von architektonischen Zeichnungen und Modellen: Hierzu fertigten die Studierenden handgezeichnete Pläne im Maßstab 1:10 sowie 1:1-Prototypen von Fassaden aus Stein, Ziegel und Holz an.

Mit großformatigen Detailzeichnungen und zahlreichen Fotos der gebauten Muster visualisiert das Buch anschaulich, wie Fuge, Stoß, Auflager und Oberfläche den Ausdruck einer Fassade bestimmen. Die Fassade wird so nicht als Verkleidung eines Gebäudes, sondern als Konstruktion mit eigener Logik verstanden. Das Buch dokumentiert allerdings nicht nur die Ergebnisse. Es vermittelt ebenso die zugrundeliegende Forschungsarbeit und analysiert die Lernprozesse. Damit bietet es in Bild und Text eine Anleitung zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema Fassade.

Crafting the Façade ist kein Handbuch mit fertigen Detaillösungen. Es zeigt vielmehr einen methodischen Ansatz für die Betrachtung und Planung von Fassaden. Wer sich für den konstruktiven Ausdruck von Massivbau und Holzbau interessiert, bekommt einen anschaulichen und sorgfältig bebilderten Einblick in eine Lehre, die das Denken über Fassaden wieder an Material und Handwerk bindet. Das Buch ist in englischer Sprache.

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