Cottage Iorram in den Highlands

Monolithische Wände aus Tonziegeln

Wo ließe sich der Herbst schöner verbringen als in einem gemütlichen Ferienhäuschen mit Seeblick in den schottischen Highlands? Das dachte sich wohl auch das Architektenpaar Megan und Colin Baillie, das zusammen das Glasgower Büro Baillie Baillie Architects leitet. Sie planten für sich selbst ein kleines Urlaubsdomizil mit kompakten 38 Quadratmetern Fläche und Low-Tech-Ansatz in Plockton, das sie Iorram tauften. Der schottisch-gälische Begriff bezeichnet Ruderlieder, die gesungen wurden, um den Takt beim Rudern zu halten.

Megan und Colin Baillie planten für sich selbst das kleine Urlaubsdomizil mit kompakten 38 Quadratmetern Fläche und Low-Tech-Ansatz.
Die Fassaden wurden mit Kalkharling versehen, einem traditionellen groben, mineralischen Putz, der die Außenwände vor Regen schützt.
Durch wenige große Fenster treten Innen und Außen in Beziehung.

Zeitgenössisches Cottage mit Aussicht

Iorram gleicht der zeitgenössischen Interpretation eines traditionellen Cottages. Zwischen locker angeordneten, deutlich größeren Häusern behauptet sich das schlichte Gebäude mit Wellblechdach auf einer kleinen Anhöhe und mit unverstelltem Blick auf die Bucht, zu der es sich mit einem großen Fenster aus dem Wohnzimmer öffnet. Gefasst wird das dreieckige Grundstück von der obligatorischen niedrigen Trockenmauer aus Bruchsteinen. 

Monolithische Wände aus Tonziegeln

Die monolithischen Hauswände wurden mit großformatigen Hochlochziegeln mit den Maßen 42,5 x 24,7 x 24,9 cm erstellt. Die Steine haben einen U-Wert von 0,18 und weisen eine Wärmeleitfähigkeit λB von 0,08 auf, sodass keine weitere Dämmung notwendig war. Sie wurden außenseitig mit Kalkharling versehen, einem traditionellen groben, mineralischen Putz, der die Außenwände vor Regen schützt. Innenseitig kam ein Lehmputz zur Anwendung, dessen natürliche Farbigkeit und Struktur maßgeblich zu dem warmen und natürlichen Ambiente der Innenräume beitragen. 

Nachhaltige Materialien und Details

Nachhaltig angebaute, schottische Douglasie, die in den Highlands gefällt und verarbeitet wurde, kam für alle tragenden Holzelemente, Wandverkleidungen und Details zum Einsatz. Die Holzabfälle verwendete das Architektenpaar zur Herstellung von Türen und Küchenschränken. Die Böden sind mit handgefertigten Terrakottafliesen belegt. Wenige, einfache Möbel und ein kleiner Holzofen komplettieren das einfache, aber stimmungsvolle Interieur.

Bautafel

Architektur: Baillie Baillie Architects, Glasgow
Projektbeteiligte: Design Engineering Workshop, Glasgow (Tragwerksplanung); Luths Services, Glasgow (Haustechnik); MGS Joinery, Kyle of Lochalsh (Innenausbau); Chris Richards Carpentry, Plockton (maßgefertigte Möbel)
Bauherr*in: privat
Fertigstellung: 2024
Standort: Cooper Street, Plockton, IV52 8TJ, Schottland
Bildnachweis: Murray Orr

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