Bunte Kirchenfenster in Bamberg

Bleiglasfenster aus 3.200 farbigen Einzelteilen

Die St. Elisabethkirche befindet sich im sogenannten Sandgebiet im Herzen der Bamberger Altstadt und unweit des Bamberger Doms. Nun ist das Leben der heiligen Elisabeth – Schutzpatronin der Kirche aus dem Jahr 1328 – in acht bunten Glasfenstern von Markus Lüpertz eingefangen. Die bunten Fenster aus insgesamt 3.200 farbigen Glasteilen hat der Künstler in mühevoller Arbeit über viele Jahre entworfen; die Umsetzung übernahm die auf Glaskunst spezialisierte Firma Derix.

Über rund zehn Jahre wurden 3.200 farbige Glasteile von der auf Glaskunst spezialisierten Firma Derix zu mystischen Motiven zusammengesetzt. Sie thematisieren die sieben Werke der Barmherzigkeit aus der Bibel.
Rosenwunder / Hungrige speisen
Aussätzige / Obdachlose beherbergen

Zeitgenössische Interpretation: Das Leben der heiligen Elisabeth

Bereits seit 2009 ziert die Skulptur Apoll des Künstlers den Platz vor der Elisabethkirche; im Zuge der Einweihung äußerte Lüpertz den Wunsch, neue Fenster für die Kirche zu gestalten – und fand Anklang. Die Fenstermotive zeigen Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth, verbunden mit den sieben Werken der Barmherzigkeit aus der Bibel: Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen, Tote begraben, Almosen geben; das achte Fenster thematisiert den Bibelspruch: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25, 40). Die Bilder sind eine zeitgenössische Interpretation historischer Fenstermalerei. Die Motive, so Lüpertz, sollen dazu anregen, sich mit den Geheimnissen und Fragen der Mystik zu befassen und eigene Positionen zu entwickeln.

Umsetzung mit Methoden aus dem Mittelalter

Das theologische Konzept entwickelte die von Lüpertz gegründete Initiative Glasfenster Markus Lüpertz für die Kirche St. Elisabeth im Sand; darauf aufbauend entwickelte er die Entwürfe in seinem Atelier. Bei der Umsetzung der Bleiglasfenster setzte die Firma Derix Methoden aus dem Mittelalter ein: Über rund zehn Jahre wurden 3.200 farbige Glasteile mit dieser Technik zu farbigen Motiven zusammengesetzt und verlötet. Die kräftigen Bleiruten sorgen für hohe Stabilität, sodass auf eine Schutzglasscheibe verzichtet werden konnte. Die Farben wurden zudem bei sehr hohen Temperaturen eingebrannt und sind dadurch äußerst langlebig.

Neben der Initiative Glasfenster Markus Lüpertz für die Kirche St. Elisabeth im Sand wurde das Projekt von Spenderinnen und Spendern, verschiedenen Stiftungen und der Dompfarrei unterstützt.

Glaskunst: Markus Lüpertz; Herstellung: Derix Glasstudio, Taunusstein

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