Bürogebäude in Flein

Arbeiten in angenehmer Atmosphäre

Die Firma Zimmermann und Becker hat rund vierzig Jahre nach ihrer Gründung eine Erweiterung ihres Unternehmenssitzes in Flein errichten lassen und als Ingenieurgesellschaft für TGA die Planung der technischen Gebäudeausrüstung gleich selbst übernommen. Entworfen wurde das Gebäude von Müller Architekten aus dem benachbarten Heilbronn, die den Wunsch der Bauherrschaft nach einer angenehmen Arbeitsatmosphäre vor allem in der räumlichen Ausstattung und dem Innenraumklima umsetzten.

Gestalterische Betonungen im Baukörper finden sich auch am schräg eingeschnittenen Haupteingang.
Die beiden Schenkel des U-förmigen Gebäudes werden im Innenhof über einen großzügigen Steg verbunden, der an die Besprechungsräume im Obergeschoss direkt anschließt.
Die Unterseite des Stegs ist mit polierten Edelstahlplatten versehen, in denen sich eine Plastik des Künstlers Peter Riek spiegelt.

Der zweigeschossige Büroneubau befindet sich auf einem Grundstück am westlichen Rand der Gemeinde in einem kleinen Gewerbegebiet mit Blick auf die landwirtschaftlichen Flächen der Umgebung. Die Architekturschaffenden entwarfen einen asymmetrisch U-förmigen Baukörper, der sich zu diesem Ausblick hin öffnet. Die strenge Gliederung der mit cremefarbenen Klinkern bekleideten Lochfassade wird lediglich durch einen schrägen, mit bronzefarbenen Alu-Elementen ausgekleideten Einschnitt, der den Eingang markiert, durchbrochen sowie durch den mit den gleichen Elementen betonten, auskragenden Besprechungsraum im Obergeschoss. Durch den U-förmigen Grundriss entsteht ein dreiseitig gefasster Hof, über den sich ein großzügiger Steg im Obergeschoss spannt, der als Aufenthaltsfläche unter freiem Himmel dient. An die mit poliertem Edelstahl verkleidete Unterseite des Stegs ist eine Plastik des Künstlers Peter Riek montiert, die sich in dem Material spiegelt und vervielfältigt. Durch diese Gestaltung ist hier ein besonderer, wettergeschützter Bereich im Freien entstanden.

Angenehme Arbeitsatmosphäre

Der Zutritt zum Gebäude erfolgt von der Nordostseite. Im Innenraum fällt vor allem die helle und offene Atmosphäre auf. Die großen Fenster im liegenden Format mit bronzefarbenen Aluminiumrahmen lassen viel natürliches Licht hinein. Helle Farben dominieren den Raum. Lediglich der Boden ist entweder mit dunkelgrauem Teppichboden oder mit Parkett belegt. Die Sichtbetonwände wurden hydrophobiert, die Trockenbauwände gespachtelt und mit Malervlies versehen. Neben den üblichen Arbeits- und Besprechungsräumen gibt es auch einen Massageraum mit Umkleiden.

Ausgeklügeltes Heiz-, Kühl- und Lüftungssystem

Das zweigeschossige Gebäude ist teilweise unterkellert. Im Untergeschoss befinden sich die Technikräume und das Archiv. Die Versorgung mit Heizungswärme erfolgt durch eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit max. 30 kW (Vorlauftemperatur 45 °C, Rücklauftemperatur 30 °C), die bei tiefen Temperaturen durch einen Gas-Brennwertkessel mit max. 60 kW (Vorlauftemp. 50 °C, Rücklauftemp. 30 °C) unterstützt wird. Im Wärmekreis eingebunden ist ein Pufferspeicher, der die Wärmepumpenlaufzeit optimiert und gleichzeitig als hydraulische Weiche dient.

Die Kühlung im Sommer erfolgt abhängig von der Außentemperatur und stufenlos zwischen alleiniger Freikühlung (free/natural cooling), Mischbetrieb (Freikühlung und mechanische Kühlung), einstufiger und zweistufiger mechanischer Kühlung. Dazu ist in einem Nebengebäude ein Rückkühler aufgestellt, der sowohl mit der Wärmepumpe als auch mit einer Kältemaschine im Untergeschoss verbunden ist. Für die Erzeugung des Kaltwassers wird eine Leistung von max. 35 kW benötigt.

In den Büros, Besprechungs- und Sozialräumen wird die Wärmeenergie mit einer Vorlauftemperatur von 34 °C über Deckensegel und geschlossene Heiz- und Kühldecken an den Raum abgegeben, die an ein Vier-Leitung-System angeschlossen sind. Insgesamt ist das Gebäude in sechs Zonen unterteilt, die unabhängig voneinander bedient werden können. In den Treppenhäusern, Fluren, Lager- und Technikräumen sowie in den Sanitärbereichen sind Flachheizkörper mit Thermostatventilen montiert, die vom gleichen Rohrleitungsnetz wie die Flächenheizungen versorgt werden. In den Umkleiden des Massageraums gibt es Konvektoren mit der gleichen Systemtemperatur wie die der Heizkörper. Die RLT-Anlage schließlich wird 45 °C warmer Luft im Winter bzw. 16 °C kühler Luft im Sommer versorgt. -tg

Bautafel

Architektur: müller.architekten, Heilbronn
Projektbeteiligte: Zimmermann und Becker, Flein (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro); IBT Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Heilbronn (Statik); Kuhn Decker, Sindelfingen (Bauphysik, EnEV-Nachweis, Brandschutz); Vermessungesbüro Bäuerle, Flein (Vermessung); Töniges, Sinsheim (Geologie, Beweissicherung)
Bauherr/in: BeGo Immo, Flein (Nutzer: ZB Zimmermann und Becker, Flein)
Fertigstellung: 2021
Standort: Dieselstraße 11, 74223 Flein
Bildnachweis: Dietmar Strauß, Besigheim; müller.architekten, Heilbronn

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