Bootshaus Zaka am Bleder See in Slowenien

Sanierung mit licht- und luftdurchlässiger Fassade

Am Fuße der Julischen Alpen, eingebettet in bewaldete Hügel, liegt der slowenische Gletschersee Bled. Am nordöstlichen Ufer befindet sich der gleichnamige Kurort, während am ruhigeren Westufer – zwischen Bade- und Ruderzonen – ein schlichtes, sorgfältig renoviertes Bootshaus namens Zaka steht. Das rund 26 Quadratmeter große Gebäude dient der slowenischen Umweltagentur als wissenschaftlicher Stützpunkt und Lager. Es bietet Platz für zwei Forschungsboote, dient der Überwachung der Wasserqualität und der Naturbeobachtung. Ziel der Sanierung durch die in Ljubljana ansässigen OFIS Architekten war es, die historische Holzkonstruktion des gealterten Bestands zu erhalten und fachgerecht instandzusetzen. Ihr Entwurf orientiert sich an den Proportionen des ursprünglichen Bootshauses und der traditionellen Bauweise alpiner Seehäuser.

Ziel der Sanierung durch das Architekturbüro OFIS war es, die historische Holzkonstruktion des gealterten Bestandsgebäudes zu erhalten.
Die lamellenartige Holzfassade ist licht- und luftdurchlässig gestaltet.
Die slowenische Umweltagentur nutzt das rund 26 Quadratmeter große Gebäude als wissenschaftlichen Stützpunkt und Lager.

Durchlässige Fassade 

Die Holzrahmenkonstruktion wurde behutsam demontiert, instandgesetzt und wiederverwendet. Die hölzerne Fassadenverkleidung wurde gereinigt, ausgebessert und mit traditionellem Kiefernharz behandelt – einem natürlichen Schutzmittel, das die Lebensdauer des Materials verlängert und dabei lokale Handwerkstraditionen und ökologische Prinzipien berücksichtigt. Um die natürliche Belüftung zu verbessern und visuelle Bezüge zur Landschaft zu stärken, entschied sich das Planungsteam gegen eine Rekonstruktion der ursprünglich geschlossenen Fassadenstruktur. Die instandgesetzte Fassade ist durchlässig – dafür wurden die demontierten Holzbohlen nach der Aufarbeitung mit unterschiedlicher Ausrichtung wieder montiert. Durch leichte Drehung und eine versetzte Anordnung in unterschiedlichen Winkeln entsteht ein lamellenartiger Rhythmus. Die Struktur erzeugt subtile Licht- und Schatteneffekte sowie gefilterte Aus- und Einblicke. Im Inneren wurden die Zementfliesen zurückgebaut und durch unbehandelte Holzdielen ersetzt.

Satteldach mit Pflanzkästen als Filtersystem

Ein besonderes Merkmal ist das experimentelle Dachsystem. Angesichts der wissenschaftlichen Nutzung des Gebäudes und seiner exponierten Lage entwickelten die Architekten eine Lösung, bei der maßgefertigte Holzschalen auf dem geneigten Dach installiert wurden. Darin wachsen standorttypische Alpenpflanzen als integraler Bestandteil eines ökologischen Filtersystems. Jede Holzschale ist mit einem Schichtaufbau aus Steinen, Kies, Sand, Erde und Kokosfasern befüllt, durch den Seewasser langsam hindurchgepumpt wird. Es durchläuft einen natürlichen Reinigungsprozess, bevor es zur Bewässerung der Vegetation verwendet wird. Die Bepflanzung bildet ein modellhaftes System zur Wasserfiltration und soll zeigen, wie einfache natürliche Systeme messbare ökologische Auswirkungen haben können.

Bautafel

Architektur: OFIS arhitekti, Ljubljana
Bauherr/in: Umweltagentur der Republik Slowenien, Ljubljana
Standort: Bleder See, Slowenien
Fertigstellung: 2025
Bildnachweis: Miran Kambic, Ljubljana

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