Biodiversität in der Ziegelfassade

Integrierte Nistkästen und Bienensteine

Täglich sterben mehr als 150 Arten – das ist das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier vor etwa 70 Millionen Jahren. Diese Biodiversitätskrise ist eng mit der Klimakrise verbunden. Und auch die Baubranche trägt ihren Teil dazu bei, indem tierischer und pflanzlicher Lebensraum von Menschen durch Rohstoffabbau und die Errichtung von Gebäuden und Infrastrukturen eingenommen wird. Umso wichtiger ist es also, mithilfe einer entsprechenden Planung Maßnahmen umzusetzen, die zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

Die Nistkästen bestehen aus Faserbeton, der je nach gewünschtem Verband mit gesägten Halbsteinen beklebt wird.
Alternativ können die Nistkästen auch mit Riemchen beklebt werden.

Dazu zählen auf architektonischer Ebene eine vogelgerechte Fenster- und Fassadenplanung ebenso wie die Begrünung von Dach- und Fassadenflächen, die – entsprechend bepflanzt – neue Lebensräume für Insekten und Vögel bieten. Nistkästen oder Insektenhotels können inzwischen nicht nur nachträglich angebracht, sondern auch direkt im Fassadenaufbau integriert werden. Hierfür hat der Ziegelhersteller wienerberger nun entsprechende Bienensteine und Nisthilfen in seine Produktpalette aufgenommen, die in Kombination mit den passenden Vormauerziegeln lieferbar sind.

Die Bienensteine werden aus vollen Ziegeln des Terca-Sortiments von wienerberger hergestellt. Die Löcher für Wildbienen oder andere Insekten sind 9 bis 10 cm tief und haben drei verschiedene Durchmesser (6 mm, 8 mm und 10 mm). In Abhängigkeit von der Größe des Ziegels variiert die Anzahl der Löcher. Bei einem Normalformat werden zwischen 10 und 12 Bohrungen vorgenommen. Je nach Ziegelsorte und -brand kann es sein, dass aufgrund des Bruchverhaltens ein rückseitiger Betonkern benötigt wird, der jedoch von außen nicht sichtbar ist.

Die Nistkästen für Mauersegler und Höhlenbrüter (Meisen, Buchfinken, Zaunkönig etc.) werden im Werk des Herstellers Kirchkimmen bei Bremen gefertigt. Sie bestehen aus einem 15 mm starken Faserbeton, der je nach gewünschtem Verband mit geschnittenen Riemchen oder gesägten Halbsteinen beklebt wird. So können zu jeder Ziegelvariante die passenden Nistkästen angefertigt werden.

Sowohl die Nistkästen als auch die Bienensteine werden bereits einbaubereit geliefert. Farblich sind sie an die entsprechende Fassade angepasst, da die zugehörigen Ziegel aus den Chargen für das jeweilige Projekt entnommen werden. Der Einbau ist unkompliziert und beeinträchtigt bei fachgerechtem Vorgehen auch nicht die Gebäudedämmung.

Die bestehende Produktpalette wird demnächst um Nisthilfen für Fledermäuse erweitert. Ziel des Herstellers ist es, mit diesem Nisthilfenangebot neue Lebensräume für Tiere in Ziegelfassaden zu schaffen.

Hersteller: Wienerberger, Hannover

Fachwissen zum Thema

Neben einem ausgewogenen Verhältnis von verglasten zu unverglasten Flächen, ist auch auf den zu errechnenden Energieverlust einer Konstruktion zu achten. Im Bild: Das „Atrium Senefelder“ in Offenbach im Bau.

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Akustik-Klinker aus der Vormauerziegelserie Terca von Wienerberger

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