Between Shadow and Light – The Work of Maryann Thompson
mit Beiträgen von Shantel Blakely, Terry Real und Doug Reed
ORO Editions, Novato (California) 2025
192 Seiten, Vollfarbe
Format 20,3 x 25,4 cm, Hardcover
Sprache: Englisch
Preis: 55 USD
ISBN 978-1-961856-27-1
Wie lässt sich Architektur so gestalten, dass sie nicht nur Raum, sondern auch Atmosphäre schafft? Das Buch Between Shadow and Light: The Work of Maryann Thompson von Caroline Constant widmet sich genau dieser Frage und gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das Werk der US-amerikanischen Architektin Maryann Thompson. Im Zentrum steht das Vermittelnde der Architektur – zwischen Innen und Außen, zwischen gebauter Form und Landschaft sowie zwischen Licht und Schatten.
Die Monografie ist in drei Teile gegliedert. Zu Beginn führen die Essays in die theoretischen Grundlagen ein und beleuchten die unterschiedlichen Rollen von Architektur, etwa als Medium zwischen Mensch und Natur oder als sozialer Raum. Dabei wird Thompsons Haltung als „liminal“ beschrieben – als ein Arbeiten im Zwischenraum, das verschiedene Perspektiven zusammenführt. Das anschließende Kapitel Themes untersucht zentrale Entwurfsprinzipien wie Standortplanung, das Verhältnis von Innen und Außen, Konstruktion, Hülle, Materialität und Nachhaltigkeit und konkretisiert diese anhand ausgewählter Projekte. Im abschließenden Teil Projects wird die große Bandbreite von Thompsons Werk vorgestellt – von Bildungs- und Kulturbauten bis hin zu Wohnhäusern. Die klare Dreiteilung ermöglicht es, die konzeptionellen Ansätze und deren Umsetzung nachzuvollziehen.
Die Architektin entwickelt ihre Entwürfe konsequent aus dem Ort heraus und reagiert dabei sensibel auf Topografie, Klima, Vegetation und die Bedürfnisse der Nutzer*innen. Architektur versteht sie als Bühne des Alltags, die sowohl individuelle Rückzugsorte als auch Räume kollektiver Interaktion schafft. Eine zentrale Rolle spielt das Licht: Gebäude werden so konzipiert, dass sie Tageslicht gezielt lenken und inszenieren – zur Orientierung, zur Schaffung von Atmosphäre und als verbindendes Element zwischen Innen- und Außenraum.
Deutlich wird dies etwa anhand des Besucherzentrums des Polly Hill Arboretum in Massachusetts. Differenziert gesetzte Öffnungen, großzügige Oberlichter und auskragende Dachflächen erzeugen wechselnde Lichtstimmungen und regulieren zugleich die direkte Sonneneinstrahlung. Insbesondere die umgebende Vegetation erzeugt ein lebendiges Schattenspiel, das sich im Tages- und Jahresverlauf verändert und die räumliche Wahrnehmung prägt. Verschattung ist hier mehr als technische Notwendigkeit. Sie trägt zusammen mit dem gelenkten und gefilterten Tageslicht wesentlich zur räumlichen Qualität bei. Damit liefert das Buch nicht nur einen fundierten Überblick über das Werk von Maryann Thompson, sondern inspiriert auch zum Zusammendenken von Licht, Klima und Nutzung.
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