Bettenhaus einer Kinderklinik in Darmstadt

Farbenfrohe Bodenbeläge

Das Bettenhaus der Kinderklinik Prinzessin Margaret liegt unterhalb des Jugendstilensembles Mathildenhöhe in Darmstadt inmitten von alten Buchen und Eichen. Der dreigeschossige Neubau hat die Form eines vierblättrigen Kleeblattes und fügt sich so in die umgebende Parklandschaft. Die geschwungenen Glasfassaden sind durch weit auskragende, umlaufende Balkonbänder betont. In der Mitte der Baukörper befinden sich bepflanzte Lichthöfe, die sich trichterförmig nach oben hin öffnen.

Foyer mit Spielinseln
Fugenloser Boden im Erschließungsbereich
Der Abschiedsraum

Alle Krankenzimmer liegen außen und verfügen über Balkone mit Blick in den Park. Über den innen liegenden Lichthof erhalten alle Geschosse zusätzliches Licht. Die Stationen sind kreuzförmig über kurze Wege erschlossen. Die Erschließungsflächen sind durch Licht und Schatten belebt und dienen als Spiel-, Warte- und Gesprächszonen.

Die keilförmigen Patientenzimmer weiten sich zur Fassade hin. Auf jeder Etage sind 40 Betten untergebracht. Eine raumbreite Schrankwand aus Birnbaumfurnier bietet Platz für Fächer, Wickeltisch und ein Ausziehbett für Eltern. Anstatt kalter, synthetischer Oberflächen findet sich in allen Räumen und Aufenthaltsbereichen eine Fülle farbenfroher und dennoch pflegeleichter und robuster Materialien an Decken, Wänden und Böden.

Boden

Alle Bereiche der Kinderklinik sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. So erhalten sie die nötige Wärme, um sie auch als Spielflächen zu nutzen. Die Böden der Zimmer und Flure sind fugenlos mit Epoxidharz beschichtet. Der Übergang zwischen Wand und Boden ist im Sockelbereich mit einem Rammschutz aus Metall versehen. In den frühlingsgrünen Erschließungszonen sind weiße Blütenblätter mit Schablonentechnik aufgewalzt, die zum Spielen animieren sollen. Wo die Kleinsten untergebracht sind, sausen Bienen über Boden und Wände, deren Flugbahn sich als gestrichelte Linie fortsetzt und „nachgeflogen" werden kann.

Die Duschbäder sind amorph geformt und mit einem meerblauen, afrikanischen und handgeschöpften Glasmosaik verkleidet. Im Foyer, an das keine besonderen Anforderungen an die Hygiene gestellt wurden, verteilen sich orangefarbene Spielinseln auf Hirnholzparkett aus Eiche. Dieser Bodenbelag ist auch im Abschiedsraum verlegt, dessen Wände vollständig mit Ahornholz verkleidet sind.

Bautafel

Entwurf: Angela Fritsch, Darmstadt
Projektbeteiligte: Angela Fritsch, Darmstadt/Witan Russ Lang, Rodgau (Generalplanung); Ingenieurbüro Voigt, Groß-Gerau (Tragwerksplanung); Neuhahn und Kresse, Darmstadt (Landschaftsplanung); Elektro Will, Dieburg (Elektroplanung)
Bauherr: Stiftung Alice Hospital vom Roten Kreuz, Darmstadt
Fertigstellung: 2006
Standort: Dieburger Str. 31, Darmstadt
Bildnachweis: Dieter Leistner, Aichach