Beton vor Ort recyceln

Forschungsprojekt an der Hochschule München zur Reduzierung von CO2-Emissionen

Ein wichtiger Teil der Bauwende hin zu einem nachhaltigen Bauen und der Wiederverwertung von Baustoffen ist der Umgang mit dem Abfall, der durch den Abbruch von Bestandsgebäuden entsteht. Hier will das Forschungsprojekt WIMACO Beton der Architektur-Doktorantin Daria Stützer an der Hochschule München ansetzen. Ziel des Projektes ist es, mineralische Abbruchmaterialien möglichst vollständig zu recyceln und damit einen ressourcenschonenden und CO₂-effizienten Umgang mit sekundären Baustoffen zu schaffen.

Im Mittelpunkt ihrer Forschungsarbeit steht das Konzept einer zirkulären Bauwirtschaft, also der Weiterverwendung von Baustoffen nach Vollendung ihres ersten Lebenszyklus. Als konkretes Bauprojekt steht dafür das Bürogebäude Elementum, ganz in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs, zur Verfügung, das von Herzog & de Meuron derzeit umgebaut wird. Mit modernsten Methoden – darunter die selektive Demontage und Materialflussanalysen – wurde dort das Potenzial für die Wiederverwendung und die Umweltfolgen des Prozesses untersucht. Anstelle der Entsorgung sollte hier eine Wiederverwendung oder ein Recycling in einem geschlossenen Materialkreislauf erfolgen, um eine langfristige Nachhaltigkeit – nicht zuletzt durch die Einsparung grauer Energie –  sicherzustellen. Stützer sieht dabei großes Potenzial: „Wir müssen die Wiederverwendungsrate von Baumaterialien beim Rückbau von Gebäuden wie dem Elementum steigern. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit selektiven Rückbauverfahren und präziser Planung eine Wiederverwendung der Baustoffe von bis zu 90 Prozent realisieren können.“

Deutliche CO₂-Einsparung

Die bisherigen Ergebnisse der Forschungen fallen positiv aus und zeigen, dass durch den Verzicht auf Deponierung und lange Transportwege der CO₂-Ausstoß erheblich reduziert werden kann. Bei einem Gebäude wie dem Elementum, mit geschätzten 8.000 Tonnen rückbaubarem Material, ergibt sich durch eine lokale Wiederverwendung ein Einsparpotenzial von insgesamt 17,6 Tonnen CO₂. Dies senkt nicht nur die Umweltbelastung, sondern reduziert auch Verkehrsaufkommen und Kosten.

Betreut wird die Dissertation Stützers von Prof. Dr. Natalie Eßig, die im Bereich Baukonstruktion und Bauklimatik an der Fakultät für Architektur der Hochschule München lehrt und forscht. Leiterin des gemeinsamen Verbundprojekts „WIMACO Beton“ ist Prof. Dr.-Ing. Andrea Kustermann von der Fakultät für Bauingenieurwesen. Zu dem Projekt ist ein lesenswertes wissenschaftliches Papier mit weiteren Informationen und Analysen verfügbar (s. Surftipps). Das Forschungsprojekt läuft noch bis Februar 2026 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Quelle: Hochschule München

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