Bauen mit Lehm

Sonderheft des Fachmagazins Konstruktiver Ingenieurbau

Lehm erlebt im deutschen Bauwesen eine Renaissance. Mit der DIN 18940: Tragendes Lehmsteinmauerwerk - Konstruktion, Bemessung und Ausführung steht erstmals eine vollwertige Bemessungsnorm für tragendes Lehmsteinmauerwerk zur Verfügung. Sie orientiert sich eng am Eurocode 6 und regelt die Tragfähigkeit des Baustoffs. Was bislang fehlt, sind genormte Verfahren zur Befestigung von Bauteilen wie Fenstern, Türen oder Fassaden an Lehmsteinmauerwerk. 

Welche Lösungen dennoch möglich sind, zeigt die im Mai 2026 erschienene Sonderausgabe Lehmbau des Fachmagazins Konstruktiver Ingenieurbau. Gemeinsam mit dem ift Rosenheim untersuchten Fachleute aus Befestigungstechnik, Bauphysik und konstruktivem Ingenieurbau verschiedene Anschlussdetails. Im Fokus standen neben der Tragfähigkeit auch Dauerhaftigkeit und bauphysikalische Eigenschaften. Geprüft wurden unter anderem:

  • Fenstermontage in Lehmvoll- und Lehmlochsteinen
  • Dauerfunktion von Haustüren (mehr als 200.000 Zyklen)
  • Einbruchhemmende Befestigungen nach DIN EN 1627–1630
  • Tragfähigkeit von Kunststoff-Rahmendübel für Fassadenunterkonstruktionen
  • Wärmebrückenberechnungen für unterschiedliche Fensteranschlusssituationen
  • 3D-Analysen des thermischen Einflusses von Befestigungselementen in der Fassade
Die von dem Hersteller Adolf Würth beauftragten Untersuchungen wurden bereits teilweise in der Fachzeitschrift veröffentlicht und sind nun in der Sonderausgabe zusammengeführt. Ergänzend werden die Ergebnisse im Hinblick auf die Anforderungen der DIN 4108: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden; Beiblatt 2: Wärmebrücken - Planungs- und Ausführungsbeispiele bewertet. Damit bietet die Publikation einen Überblick über den aktuellen Kenntnisstand zur Befestigungstechnik im Lehmsteinmauerwerk.

Die Publikation kostet 19 Euro und kann auf der Seite des Reguvis-Verlags bestellt werden (siehe Surftipps).
Herausgeber: Reguvis Fachmedien, Köln

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Ungebrannte Steine aus fettem, steinfreiem Lehm sind weder tragfähig noch wasserresistent oder frostsicher – sie werden häufig für Gefache oder nicht tragende Bauteile eingesetzt.

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Die DIN 18940 definiert Anforderungen an Baustoffe, Konstruktion, Bemessung und Ausführung und schafft damit die Grundlage für den Einsatz tragender Lehmwände bis zur Gebäudeklasse 4.

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