Außenleuchten

Belichtung im öffentlichen Raum

Unter dem Begriff Außenleuchten sind alle Leuchten zusammengefasst, die im Außenbereich eingesetzt werden. Weil diese Leuchten der Witterung ausgesetzt sind, müssen sie, je nach Verwendung, eine entsprechend Schutzart (IP-Code) aufweisen. Außerhalb von Gebäuden wird Licht nur selten von Wandflächen oder Decken reflektiert. Deshalb sollen die dort eingesetzten Leuchten den Aktionsradius von Passanten gezielt beleuchten und nicht effektlos in den Himmel strahlen. Unterschieden nach ihrer Anwendung lassen sich Außenleuchten in folgende Kategorien einteilen:

Die Gestalt der Leuchten bestimmt den Charakter von Straßen und Plätzen entscheidend mit (im Bild: Walter-Benjamin-Platz in Berlin).
Tag und Nacht ein Hingucker: das Shell-Haus in Berlin (1930 bis 1932, Architekt Emil Fahrenkamp), das bei Dunkelheit durch Strahler an der Mastleuchte beleuchtet wird.
Fassaden- und Außenbeleuchtung im öffentlichen Raum (im Bild: Philharmonie Berlin)

Außenleuchten zur Beleuchtung von Gebäuden und Fassaden

Gebäude werden am Abend und in der Nacht beleuchtet. Um eine artifizielle Nachstellung des Tageslichts zu vermeiden, kommen dabei üblicherweise Leuchtmittel zur Erzeugung von warmweißem Licht zum Einsatz. Je nach Aufgabenstellung kann bei der der Beleuchtung von Gebäuden auf verschiedene Verfahren zurückgegriffen werden:

  • Beim Flutlichtverfahren werden ein oder mehrere Scheinwerfer um das Gebäude herum platziert. Reflektoren für eine eng- oder breitstrahlende Lichtverteilung erlauben es, das Bauwerk aus der Nähe oder aus großer Distanz anzustrahlen. Sehr nah am Bauwerk positionierte Scheinwerfer müssen dabei allerdings annähernd senkrecht leuchten und geben so eine große Menge Licht ohne Ergebnis an die Atmosphäre ab. Strahler mit großer Distanz zur Fassade können andererseits Passanten blenden und sind nur schwer präzise auszurichten.
  • Beim Mehrleuchtenverfahren wird eine größere Anzahl von Leuchten direkt am Gebäude angebracht, wo sie architektonische Merkmale gezielt akzentuieren können. Diese Methode erfordert eine genaue Planung.
  • Bei der Lichtprojektion wirft ein Projektor Licht durch ein grafisches Bild variabler Transluzenz auf eine dem Projektor gegenüberliegende Fassade. Die projizierte Grafik wird auf Basis einer Fotografie der Fassade erstellt. Dieses Verfahren erlaubt graduelle Abstufungen der Beleuchtungsstärken, sodass zum Beispiel Fenster ausgespart werden können, um Bewohner nicht durch einfallendes Licht zu belästigen.
  • Bei selbstleuchtenden Fassaden werden lichtemittierende Materialien, Leuchtmittel oder Leuchten in die Fassadenkonstruktion integriert, damit das Gebäude selbst leuchtet. Medienfassaden sind selbstleuchtende Fassaden, die wechselnde oder bewegte Lichtbilder erzeugen.

Außenleuchten für Parks, Gehwege und Fußgängerzonen

Von Fußgängern genutzte Bereiche brauchen ausreichend Beleuchtung zur Orientierung. Dabei kann Licht der Umgebung, zum Beispiel von Schaufenstern, Straßen oder Fassaden, mit einbezogen werden. Zur Vermeidung von Blendung ist die Verwendung von Leuchten über Kopfhöhe als Gehwegbeleuchtung besonders sinnvoll. Deswegen sind Straßenleuchten an oder auf Masten in Fußgängerbereichen weit verbreitet. Für die Beleuchtung von Fußwegen und Treppen sind auch niedrig montierte Downlights oder Pfahl- und Pollerleuchten geringer Höhe geeignet. Außenleuchten für Fußgängerbereiche sollte nach Möglichkeit himmelwärts abgeschirmt sein, um überflüssige Lichtemissionen (Lichtverschmutzung) zu vermeiden. Zur nächtlichen Beleuchtung von Parks und Grünflächen können auch Bäume und Pflanzen mit Strahlern oder speziellen Bodenleuchten angeleuchtet werden.

Außenleuchten für Straßen und Verkehrswege

Wegen der hohen Anforderungen an die Verkehrssicherheit stellt der Bereich Straßen- und Verkehrsbeleuchtung eine eigene Sparte innerhalb der Beleuchtungstechnik dar. Die Straßen-Verkehrssicherungspflicht sieht Straßenbeleuchtung in geschlossenen Ortslagen und auch außerorts an gefährlichen Straßenabschnitten wie Kreuzungen, Engpässen oder im Bereich von Baustellen vor. Generell müssen Straßenleuchten genügend Helligkeit erzeugen, damit Verkehrsteilnehmer bei allen Witterungsbedingungen genug sehen können. Dazu werden in der Regel Leuchten mit überlappenden Lichtflächen in gleichmäßigen Abständen aufgestellt, die entweder aufgehängt oder an seitlichen Masten beziehungsweise Pollern befestigt sind. So können sie ein Absinken des Lichtpegels auf der Verkehrsfläche verhindern. Je nach Situation kommen dabei folgende Leuchtentypen zum Einsatz:

  • Pollerleuchten (Höhe ca. 1 m)
  • Wandleuchten und Scheinwerfer an Hausfassaden (Montagehöhe ca. 3 - 10 m)
  • Mastleuchten (Höhe ca. 4 - 11 m)
  • Seilpendelleuchten, gespannt zwischen zwei Häuserfassaden (Montagehöhe ca. 4 - 11 m)

Außenleuchten für Sportplätze und Sportstadien

Bei Sportstätten kommt es auf eine möglichst homogene Beleuchtung des Sportfelds an, von der die Sportler nicht geblendet werden. Die dazu eingesetzten Außenleuchten werden im Idealfall möglichst hoch an Masten neben dem Spielfeldrand oder an die umliegenden Tribünendächer montiert. Durch den möglichst vertikalen Lichteinfall wird nicht nur die Blendung vermieden, sondern auch die Schattenbildung minimiert. Neben der guten Sicht für Sportler ist in Sportstadien oft auch die ausreichende Helligkeit für Videoaufnahmen ein zu beachtender Aspekt. Zuschauertribünen müssen über eigene Leuchten verfügen, die auch bei Stromausfall Panik vermeiden und Rettungswege sichern.