Aufzugschächte in Holzbauweise
Publikation des Informationsdienstes Holz
Um Bauwerke mit einem möglichst geringen CO₂-Fußabdruck zu errichten, ist ein hoher Holzanteil sinnvoll. Auch ästhetische Gründe können für mehr Holz in einem Gebäude sprechen. In vielen mehrgeschossigen Wohn- und Bürohäusern bestehen die Erschließungskerne aus Stahlbeton. Diese haben meist aussteifende Wirkung und sind aus Brandschutzgründen in mineralischer Bauweise errichtet. Unter welchen Bedingungen sich Aufzugschächte in Holzbauweise realisieren lassen, steht in der gleichnamigen, im Juni 2026 erschienen Publikation des Holzbau Deutschland Institutes.
Zunächst werden gängige Arten von Aufzügen beschrieben, es geht um Lastverteilung und -weiterleitung, um Verbindungen wie selbstbohrende Schrauben sowie eine ermüdungsrelevante Beanspruchung. Darauffolgend ist dargelegt, wann Aufzüge notwendig und in welchen Fällen Schächte in Holzbauweise zulässig sind. Die aktuelle Holzbaurichtlinie (2025) hat in dieser Hinsicht wesentliche Erleichterungen geschaffen.
Welche Anordnung und Ausführung ist regelkonform, d.h. im Einklang mit Brandschutzbestimmungen möglich, welche nicht und warum? In Bezug auf den Schallschutz gilt: Eine Platzierung im Grundriss neben geräuschsensiblen Räumen wie Schlaf- und Kinderzimmern ist zu vermeiden. Beispielhafte Details zeigen Schächte aus Massivholz in zweischaliger Bauweise, mit Vorsatzschale oder an einer Wohnungstrennwand.
Ein Aufzugschacht in Holzbauweise kann nicht aussteifend wirken.
Die Konstruktion lehnt sich an, das Gebäude nimmt eventuell
auftretende horizontale Lasten auf. Der Schacht ist mit der
Bodenplatte verbunden; im Übrigen darf die Verbindung mit dem
Baukörper nicht starr sein – das ist eine von sechs Kernaussagen
zur Bauakustik, aufgeführt in einem grafisch hervorgehobenen
Merkkasten, wie er auch die Kapitel „Standsicherheit“ und
„Brandschutz“ abschließt.
Aus dem Inhalt:
- Einleitung
- Standsicherheit
- Brandschutz
- Schallschutz
- Literaturverzeichnis
Die Publikation ist als holzbau handbuch Reihe 3 I Teil 1 I Folge 1 erschienen und richtet sich an Planende, Studierende, Sachverständige und Ausführende. Sie hat 68 Seiten mit teils farbigen Abbildungen und steht zum Download kostenfrei auf der Webseite des Informationsdienstes Holz zur Verfügung (siehe Surftipps).
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