Archipelago Cinema an wechselnden Standorten

Schwimmendes Kino aus Holzplattformen

Umfasst von einer rauen, dicht bewachsenen Berglandschaft ist die türkisblaue Lagune Nai Pi Lae in der Nähe der thailändischen Insel Kudu ein faszinierender Ort. Ihr besonderes Merkmal sind zwei hoch aus dem Meer aufragende Felsen, die sich schützend vor die Lagune stellen. Im Rahmen des Film on the Rocks Yao Noi Festivals, das 2012 zum ersten Mal stattfand, beauftragten die Veranstalter das Studio Ole Scheeren mit der Planung und Realisierung eines Auditoriums, das am letzten Vorstellungsabend in der Lagune installiert werden sollte.

Das Archipelago Cinema besteht aus einer Gruppe von Holz-Plattformen, die mit Blick auf die Felsen verankert wurden
Die Leinwand ist von den Felsen umrahmt, die Natur auch während der Vorstellung stets präsent
Die Plattformen wurden mit einer Technik gebaut, welche die Fischer aus der Region zur Errichtung ihrer Hummerfarmen verwenden

Die Film on the Rocks Yao Noi Stiftung will den Dialog zwischen den Menschen und ihre Auseinandersetzung mit der Umwelt über das Medium Film fördern. Diese Ziele spiegelten sich nicht nur im Titel des Festivals („Arriving to a place of origin where roots and nature are embraced“), sondern auch im Entwurf für das Archipelago Cinema wider. Die Architekten konzipierten eine Gruppe einzelner Holzplattformen, die in der Lagune mit Blick auf die Felsen zu einer schwimmenden Fläche zusammengefügt und verankert wurden. Die Großleinwand fand ihren Platz zwischen den Felsen. Am Abend der letzten Vorstellung wurden die Gäste in der Dunkelheit mit dem Boot zur schwimmenden Plattform gebracht. Durch das leichte Schaukeln im Wasser, den Wind sowie Gerüche und Geräusche blieb die Natur auch während des Films stets präsent.

Um die temporäre Konstruktion für zukünftige Nutzungen so flexibel wie möglich zu halten, entwarfen die Architekten verschiedene Module: Sechs Plattformen wurden als Sitzflächen ausgebildet, zwei als teilweise überdachte Flächen für eine Bar und die Musiktechnik. Die insgesamt acht Module wurden durch eine Reihe von Verbindungsplattformen miteinander verknüpft, wobei die Sitzflächen etwas höher lagen als die Erschließungsflächen. Die Gäste betraten das Kino über ein Dock, an dem das jeweilige Boot anlegen konnte.

Nachhaltig Bauen
Die schwimmenden quadratischen Module wurden nach Vorgaben der Architekten mit der gleichen Technik erbaut, welche die Fischer der Yao Noi-Region zum Bau von schwimmenden Hummerfarmen verwenden. Dazu wurde zunächst ein Tragwerk aus recycelten Holzbalken errichtet, das später unter Wasser liegen sollte. Die darauf aufgebaute Konstruktion aus mehreren Balkenlagen erreichte eine Höhe von rund 45 cm und wurde an allen Seiten mit einer diagonal verlegten Holzschalung verkleidet. Die Überdachungen der Bar und der Musiktechnik bestehen aus rechteckigen Holzplatten, an den Schmalseiten gehalten durch vertikale hölzerne Verstrebungen.

Nach dem Ende des Film Festivals in Yao Noi wurde das Archipelago Cinema abgebaut und anlässlich der Biennale in Venedig neu errichtet. Dort fand es seinen Platz im alten Hafenbecken Darsena Grande im Arsenale. Die einfache Konstruktion und leichte Verankerung bedeuten einen minimalen Eingriff in die Natur, der nach Abbau der Plattformen nicht mehr sichtbar ist. Gleichzeitig rückt durch die zeitlich befristete Existenz der Installation die Besonderheit und Schönheit der Natur ins Bewusstsein der Nutzer. Weitere temporäre Standorte sind vorgesehen, bevor das Kino 2013 an seinen Ausgangspunkt zurückkehrt und der Yao Noi Community als Bühne im Meer geschenkt wird. -cr

Bautafel

Architekten: Studio Ole Scheeren, Peking
Projektbeteiligte: Fischer der Kudu Island Region
Bauherr: Film on the Rocks Yao Noi Foundation
Fertigstellung: 2012
Standort: wechselnd
Bildnachweis: Piyatat Hemmatat, Sixtysix Visual, Doug Bruce, Film on the Rocks Yao Noi Foundation und Alejandro Falceto Palacin

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