Anforderungen an Fußböden und Bodenbeläge

Bodenbeläge und Fußbodenkonstruktionen übernehmen in Gebäuden grundsätzlich wichtige Funktionen. Als bauliche Bestandteile tragen sie die meisten Verkehrslasten in Räumen und sind durch die Begehung ihrer Nutzschichten teils starken mechanischen Belastungen ausgesetzt.

Textile Bodenbeläge der Kollektion „Freestile“ von Object Carpet im Atrium des Hauptsitzes von Domino‘s Pizza.
Der schwarze Gussasphaltboden im Berliner Futurium rückt die ausgestellten Objekte in den Vordergrund.
Warmbrauner Holzboden trifft auf Naturstein im im Museum für Moderne Kunst der Stiftung Serralves in Porto.

Bauphysikalische Erfordernisse

Es ist deshalb bei der Ausstattung von Räumen erforderlich, Bodenbeläge u.a. nach gegebenen bauphysikalischen Erfordernissen zu planen und auszuführen, da diese wesentliche, kontextspezifische Anforderungen an Fußböden und ihre Konstruktionen stellen. Die bauphysikalisch an Bodenbeläge gestellten Erfordernisse liegen z.B. im Feuchte-, Schall- oder Wärmeschutz. Hierzu zählen auch elektrostatische Eigenschaften, die verlegte Bodenbeläge aufweisen.

Sicherheitsrelevante Anforderungen

Die Einordnung von Bodenbelägen als Bauprodukt bedeutet weiterhin, dass sicherheitsrelevante Anforderungen erfüllt sein müssen, die teilweise mit den bauphysikalischen Erfordernissen einhergehen. So regelt etwa die europäische Bauproduktenverordnung (BauPVO) diese sieben wesentlichen Anforderungen:

  • Mechanische Festigkeit und Standsicherheit
  • Brandschutz
  • Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz
  • Sicherheit und Barrierefreiheit bei der Nutzung
  • Schallschutz
  • Energieeinsparung und Wärmeschutz
  • Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

Solche physikalischen und teilweise rechtlich festgelegten Anforderungen prädestinieren oder begrenzen die Auswahl in Frage kommender Bodenbeläge je nach Einsatzbereich und Raumnutzung. Dies sind aber nicht die einzigen Eigenschaften, die von Bodenbelägen zu erfüllen sind:

Mechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften der Oberflächenbeschaffenheit von Bodenbelägen, wie z.B. ihre Rutschhemmung oder Strapazierfähigkeit, spielen eine zentrale Rolle für die Planung und Ausführung. Zudem übernehmen Bodenbeläge im Hinblick auf ihre Oberflächenbeschaffenheit wesentliche gestalterische Aufgaben, da optische wie auch haptische Eindrücke primär durch die Oberflächen von Fußböden bestimmt werden.

Aber nicht nur an die Oberflächen als sichtbare Nutzschichten der Bodenbeläge werden Anforderungen gestellt, sondern ebenso an ihre rückseitigen Konstruktionen und Ausrüstungen, die nach der Verlegung der Beläge nicht mehr sichtbar sind. Unterkonstruktionen, Tragschichten, Fixierungen oder Verklebungen variieren je nach Belagsart. Als rückseitige Ausrüstungen von Bodenbelägen ermöglichen sie maßgeblich Eigenschaften wie eine notwendige Dimensionsstabiliät oder die Möglichkeit einer Wiederaufnahme, wenn Bodenbeläge zu wechseln sind.

Durch die vielfältigen verschiedenen Erfordernisse sowie die Tatsache, dass sich Raumnutzungen erheblich unterscheiden können, ergibt sich die Notwendigkeit für die Bodenbelagsindustrie, eine entsprechend große Produktpalette bereitzuhalten und diese bzgl. ihrer Nutzungseigenschaften mit den stetig wachsenden Anforderungen weiterzuentwickeln und entsprechende gestalterische Lösungen zu finden.

Quelle: Textiles und Flooring Institute, Aachen

Fachwissen zum Thema

Beispiel privater Bereich (domestic): In Wohnräumen stehen eher ökologische, gestalterische und qualitative Aspekte im Vordergrund, im Bild ein Teppich aus der Designserie Forum von Object Carpet.

Beispiel privater Bereich (domestic): In Wohnräumen stehen eher ökologische, gestalterische und qualitative Aspekte im Vordergrund, im Bild ein Teppich aus der Designserie Forum von Object Carpet.

Einführung

Einsatzbereiche von Bodenbelägen

Einteilung der Bodenbeläge

Einführung

Einteilung der Bodenbeläge