Anatomie einer Metropole

Anatomie einer Metropole

Otto Kapfinger (Hrsg.)

Bauen mit Eisenbeton in Wien 1890 – 1914
Birkhäuser Verlag, Basel 2025
416 Seiten, 378 Schwarzweiß- und 154 Farbabbildungen
Format 24,7 x 30,5 cm, Hardcover

Preis: 49 EUR

ISBN 978-3-0356-2947-7

Ende des 19. Jahrhunderts setzte, wie in vielen europäischen Städten, auch in Wien ein großer Stadtausbau ein. Der Bauboom fiel mit der Einführung des Eisenbetons zusammen. Ein neunköpfiges Forschungsteam untersuchte die Verbreitung der Technologie und die Qualität der innovativen Bauten. Die Resultate flossen in eine Ausstellung und den begleitenden Katalog Anatomie einer Metropole.

Otto Kapfinger und sein Team, zu dem auch Studierende der TU Wien gehörten, analysierten rund 160 zwischen 1890 und 1914 errichtete Bauten. Sie trugen historische Pläne zusammen, vollzogen statische Berechnungen nach und fertigten Konstruktionsmodelle für die Schau im Wien Museum an. Rund 90 der untersuchten Bauwerke werden in der Publikation porträtiert. 

Schwarzweißfotografien, aber auch bunte Zeichnungen, Plakate, Gemälde und Ansichtskarten begleiten die Geschichten von aufgeschlossenen Baumeistern, Ingenieuren, Architekten und Auftraggebern. Die Autor*innen legen offen, welch ausgeklügelte Technologien und Qualitäten in den Eisenbetonbauten stecken. Zugleich verdeutlichen sie die wichtige Rolle, die einige der Gebäude für das Wiener Stadtleben spielten – vom Zacherlhaus, über den Residenzpalast und das Dianabad, bis zum Looshaus.

Die untersuchten Beispiele sind in sechs Kategorien einsortiert: Bauten für die Presse, Kulturhäuser, Gemeinschafts- und Bildungsbauten, Wohn-Werk-Ensembles, Geschäftshäuser sowie Produktions- und Lagerstätten. Dazwischen finden sich Fotoserien, die Gebäude im heutigen Licht zeigen. Otto Kapfinger, Adolph Stiller, Gabriele Anderl, Ursula Prokop liefern einführende Beiträge, in denen es etwa um Akteursnetzwerke und Wissensaustausch geht, aber auch um das Schicksal Gewerbetreibender nach 1938, am Beispiel des Residenzpalasts. Ein Glossar und ein Literaturverzeichnis runden das Buch ab. So ergibt sich ein breites Panorama der Pionierjahre des Eisenbetons.

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