Alpine Schutzhütte

Wassergewinnung durch Luftkondensation

In die raue Alpenlandschaft soll sich künftig ein digital hergestelltes Biwak einfügen – aus der Feder von Carlo Ratti Associati (CRA) in Zusammenarbeit mit dem Salone del Mobile Milano. Während sich alpine Schutzhütten normalerweise durch eine auffällige Farbgestaltung vom Rest der Landschaft abheben, zielt dieser Entwurf auf das Verschmelzen mit der Natur ab. Lediglich bei eingeschränkter Sicht aktiviert sich ein helles rotes Licht, um in Notgeratenen den Weg zu weisen.

Nahtlos soll sich das Biwak in die alpine Umgebung einfügen.
Eine Schalenkonstruktion aus Brettsperrholz, Aerogel und Metall erinnern an kristalline Formen.
Die großzügige Verglasung ermöglicht Ausblicke in die Umgebung.

Digital und autark

Der Entwurfsprozess beginnt mit einem 3D-Scan der Felsformationen in den Alpen. Dieser Scan der Landschaft bildet die Grundlage für ein präzises 3D-Modell. Den künftigen Schutzraum wird eine Schalenkonstruktion aus Brettsperrholz (CLT), Aerogel und Metall umgeben. Eine Glaswand ermöglicht weite Blicke in die umliegenden Berge.

Das Biwak soll vollständig autark sein und über eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 5 kW und Speicher verfügen, die den gesamten Energiebedarf einschließlich der Netzwerkverbindung deckt. In einem Gebiet ohne Zugang zu natürlichen Wasserquellen nutzt das Biwak ein Luftkondensationssystem, um täglich mehrere Liter Trinkwasser zu produzieren, sodass Bergsteiger*innen auch in Notfällen immer Zugang zu sauberem Wasser haben.

Das Biwak ist das neueste einer Reihe von Schlüsselprojekten von CRA, die die natürliche und die künstliche Welt miteinander verbinden. Zu den früheren Arbeiten gehören die preisgekrönten olympischen Fackeln für die aktuellen Spiele Milano Cortina. Nach der Großveranstaltung wird das Biwak per Hubschrauber an seinen endgültigen Standort in großer Höhe geflogen.

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