Allianz für wasserbewusste Stadtentwicklung
Bündnis aus 29 Verbänden
Hitzeperioden, Starkregen und Dürre gefährden die Gesundheit von Menschen ebenso wie Ökosysteme. Für Städte und Kommunen stellen diese Folgen der Klimakrise eine große Herausforderung dar: Es gilt, die milliardenhohen Folgekosten zu stemmen und zugleich den klimasensiblen Umbau von Städten und Gemeinden schnellstmöglich voranzutreiben. Ein Bündnis aus Wasserwirtschaft, Architektur, Landschaftsplanung und Baukultur fordert nun bessere politische Rahmenbedingungen und will Entscheidungsträger*innen in Bund, Ländern und Kommunen für den Ausbau der blau-grünen Infrastruktur gewinnen. Unter dem Titel „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ haben sich 29 Verbände und Institutionen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zusammengeschlossen. Koordiniert wird die Allianz von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA).
Die Allianz fordert, Wasser von Beginn an in der Stadtplanung mitzudenken. Nach dem Schwammstadtprinzip soll Regenwasser nicht mehr möglichst schnell über die Kanalisation abgeleitet werden, sondern stattdessen lokal versickern, gespeichert werden oder verdunsten. Das kühlt die Umgebung bei Hitze, hält Wasser für Trockenphasen vor und entlastet die Kanalisation bei Starkregen. Da in Städten Freiflächen meist knapp sind, fordert das Bündnis multifunktionale Lösungen. So kann ein Spielplatz bei Starkregen als Rückhalteraum dienen. Die Stadt könne dabei nicht ohne ihr Umland gedacht werden: Wasser müsse auf Ebene der Flusseinzugsgebiete bewirtschaftet und schon in der Landschaft zurückgehalten werden. Diese Forderungen sind ganz im Sinne der Bevölkerung: So wünschen sich laut einer von der DWA veröffentlichten Civey-Umfrage 86 Prozent der Befragten mehr Grün, Blau und Wasserspeicherung in den Städten.
In einem aktuellen Forderungspapier sprechen sich die Mitglieder der Allianz dafür aus, die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. Der Bund soll den rechtlichen Rahmen schaffen, Mittel bereitstellen und zentrale Koordinationsstrukturen einrichten. Die Länder sollen sich an der Finanzierung beteiligen und die Maßnahmen regional umsetzen. Kurzfristige Förderprogramme und unkoordiniertes Vorgehen reichen aus Sicht der Unterzeichnenden nicht aus. Sie verweisen auf Schätzungen, nach denen die Folgekosten der Klimakrise ohne wirksame Anpassung bis 2050 zwischen 280 und 900 Milliarden Euro liegen könnten.
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