2. Internationales Holzbau Symposium + Holzbau Gipfel in Berlin: Nachbericht und Aufzeichnung

Viel Unterstützung seitens Poltik und Forschung am 29. April 2026

Der Holzbau sei ein Motor für Veränderung, betonte Philipp Misselwitz, CEO von Bauhaus Erde auf dem 2. Internationalen Holzbau Symposium mit Holzbau Gipfel am 29. April 2026 in Berlin. Das Bauen mit Holz als Wirtschaftsfaktor für den Klimaschutz stand im Fokus der Veranstaltung im Auditorium Friedrichstraße. 

Das Bauen mit Holz als Wirtschaftsfaktor für den Klimaschutz stand im Fokus der Veranstaltung im Berliner Auditorium Friedrichstraße.
Die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz betonte: „Mit Holz können wir bauen, ohne dem Klima zu schaden“.
Die prominente Unterstützung für den Holzbau flankierten vielseitige und spannende Beiträge, beispielsweise vom Präsidenten des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Christoph Schild.

Politische Ziele auf Bundesebene

„Mit Holz können wir bauen, ohne dem Klima zu schaden“, so die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz in ihrer Ansprache etwa zur Halbzeit des Symposiums. Ausgerichtet hat es die Fördergesellschaft Holzbau und Ausbau im Auftrag von Holzbau Deutschland, dem Holzbau Deutschland Institut und Bauhaus Erde. Ministerin Hubertz nannte als wichtigstes Ziel, schnell bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Mit Einführung des Bau-Turbo seien die Kommunen gefragt, ihre Ideen zu teilen (s.a. Surftipps). Sie verwies auf die Holzbauinitiative der Bundesregierung von 2021 und das europäische Ziel der zero-emission buildings ab 2030. Bereits 60% der mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ausgewiesenen Bauten seien solche aus Holz. 

Baukultur als eine Frage des Blickwinkels

Die prominente Unterstützung für den Holzbau flankierten vielseitige und spannende Beiträge, beispielsweise vom Präsidenten des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Christoph Schild. Er zeigte auf, wie unterschiedlich die Blickwinkel auf das Thema Baukultur sein können, bedingt durch den Gegensatz von Arm und Reich, die Perspektive von Schüler*innen und Studierenden oder solche von Land- und Stadtbewohner*innen. Als positive Beispiele stellte er die Holzbaupreise der letzten Jahre heraus (siehe auch Tipps zum Thema) und plädierte für mehr Leistungswettbewerb.  

Zahlen und Fakten

Der Geschäftsführer des Bonner Unternehmens B+L Marktdaten Martin Langen berichtete, die Holzbauquote im Wohnbau läge aktuell bei etwa 24 %. In der gesamten „Holzkette“ seien rund 700.000 Menschen beschäftigt. Chancen des Wachstums sieht er insbesondere beim Wohnbau im Bestand, in der Aufstockung und Erweiterung. 

Holzbau stärken, Klima schonen

Diskussionsrunden sorgten für Abwechslung und Austausch. Dass sich einiges getan habe, um den Holzbau zu stärken und das Klima langfristig zu schonen, stellten Vertreter aus Politik und Klimaforschung ebenso wie Planungsbeteiligte fest. Adrian Blödt als Präsident des Holzbau Deutschland Instituts kritisierte, dass Laubholz baurechtlich noch nicht geregelt sei. Er forderte eine Chancengleichheit der Bauweisen und wandte sich energisch gegen eine „Mythenbildung“ (zum Beispiel in Bezug auf den Schall- und Brandschutz), welche die Innovationskraft bremse. 

„Der Rohstoff Holz geht uns mit Sicherheit nicht aus", stellte Michaela Kaniber fest, Bayerische Staatsministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Hans Joachim Schellnhuber als Generaldirektor des International Institute für Applied Systems Analysis erklärte, der Holzbau spiele eine systementscheidende Rolle: „Klimareparatur gelingt nur, wenn wir das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen zum Goldstandard machen“. In seinem Vortrag stellte er die sogenannte Wald-Bau-Pumpe vor, die für eine ausgeglichene Beziehung zwischen Wald, Nutzholz und gebauter Umwelt sorge. 

Warum nicht in Holz?

Elise Pischetsrieder, Geschäftsführerin von weberbrunner architekten, äußerte, sie sei „sehr froh über die Muster-Holzbau-Richtlinie“ und hoffe auf ein beschleunigtes Wachstum des Holzbau-Anteils am Baugeschehen insgesamt. Wünschenswert sei das Prinzip nach dem Vorbild Frankreichs, zu fragen „warum können wir das nicht in Holz bauen?“ 

Für eine „Ermöglichungskultur statt Haftungspanik“ plädierten Peter Aicher (Vorsitzender Holzbau Deutschland und Präsident Timber Construction Europe) und Adrian Blödt abschließend: „Lassen Sie uns den Mut haben, Dinge anders zu tun, als wir sie die letzten 60 Jahre getan haben!“

Ein Live-Stream der Veranstaltung ist auf Youtube abrufbar: siehe Surftipps. -us

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