Prinzip der Tageslichtlenkung

Bildergalerie | 1 |

Lichtumlenkung an reflektierende Raumdecken

Unter dem Begriff Tageslichtlenkung werden Techniken zusammengefasst, die Tageslicht gezielt in den tieferen Innenraum lenken. Alle seitlichen Fensterflächen haben für einen Raum zur Folge, dass die Beleuchtungsstärke im unmittelbaren Fensterbereich bei 2.000 bis 5.000 lx liegt, je nach Fensteranordnung jedoch zur Raummitte stark abfällt. Tageslichtlenksysteme bieten die Möglichkeit, tiefer liegende Gebäudebereiche natürlich zu belichten, in dem sie die Beleuchtungsstärke in der Raumtiefe erhöhen und damit für eine gleichmäßigere Ausleuchtung des Raumes sorgen. Dadurch kann der Energieverbrauch für die künstliche Beleuchtung deutlich gesenkt werden.

Systeme zur Tageslichtlenkung folgen einem einfachen Prinzip: Das in einem bestimmten Winkel auftreffende Sonnenlicht wird durch das Lenksystem, das meist im Oberlichtbereich des Fensters angebracht ist, entweder in den Raum gestreut oder gezielt an eine möglichst gut reflektierende Decke gelenkt und von dort aus in die Raumtiefe transportiert. Auf diese Weise können Arbeitsplätze auch in fensterferneren Zonen platziert werden, ohne beleuchtungstechnische Komforteinbußen zu erleiden. Ein Raum ohne Tageslichtlenksysteme sollte nicht mehr als 4 bis 5 m Raumtiefe und Arbeitsplätze nur in Fensternähe aufweisen.

Die einzelnen Techniken unterscheiden sich hinsichtlich:

  • den physikalischen Prinzipien der Lichtumlenkung (Reflexion, Beugung)
  • der Art der Lichtumlenkung (direkt oder indirekt)
  • der Anordnung des Lichtlenksystems (Dach oder Fassade)
  • der Einbauposition (außen, innen, im Zwischenraum des Isolierglases)
  • der Materialien (metallische Folien, Aluminium)
  • der Oberflächen (glatt, strukturiert, mikroperforiert)
Einige Systeme sind besonders für die Nordlicht- bzw. Diffuslichtumlenkung geeignet, wie z. B. Lightshelves (Lichtschwerter), andere wurden vorrangig für die Sonnenlichtlenkung konzipiert, wie z. B. Lichtlenkjalousien.

Quelle: D. Haas-Arndt, F. Ranft; „Tageslichttechnik in Gebäuden“, Hüthig Jehle Rehm, Heidelberg
Zeichnung: Haas-Arndt/Schädlich, Hannover/Siegen