Anforderungen an Gebäudemanagementsysteme

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Ein Gebäudemanagementsystem (GMS) besteht aus einem rechnergestützten System, das

  • automatisch im Alarmfall detaillierte Informationen in textlicher und grafischer Form für die taktischen Vorgehensweisen über den Alarmort zur Verfügung stellt,
  • Alarmhinweise für Interventionskräfte oder an zu benachrichtigende Stellen ausgibt,
  • Übersichten über die aktuelle Gefahrensituation zur Verfügung stellt
  • die einlaufenden Meldungen und durchgeführten Aktivitäten protokolliert und archiviert,
  • Steuerungsaufgaben über die Kommunikations-, Haustechnik- und Gefahrenmeldeanlagen übernimmt,
  • die Bedienung und die Betreuung dieser Anlagen vereinfacht (echte oder abstrakte Bedienfeldemulationen),
  • den Betreiber bei seinen dispositiven Sicherheitsaufgaben unterstützt.
Das GMS wird eingesetzt, um Informationen, Alarme und Anweisungen zu empfangen, weiterzuleiten und zu Steuervorgängen zu verknüpfen. Beispiele:
  • Gefahrmeldungen aus der Brandmeldezentrale (BMZ) über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Gefahrmeldungen aus der Überfall- und Einbruchmeldeanlage (ÜEMA) über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Meldungen und Steuerungen aus der Zutrittskontrollanlage über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Meldungen und Steuerungen aus Perimeterschutzanlage über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Video-/Monitorzuordnungen sowie Bedienung einer Videokreuzschiene über gesicherte bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Steuerung von Wächterschutz und Kontrollmaßnahme mittels drahtloser Stechstellen (Kontrollpunkte) und Funkgeräte.
  • Meldungen und Steuerungen haustechnischer Anlagen wie Lift, Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Licht über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Steuerung der zentralen ELA-Werkswarnanlage über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Steuerung der kommunikationstechnischen Einrichtungen wie Betriebsfunk, BOS-Funk (Betriebsfunk für Behörden mit Sicherheitsaufgaben), Personenrufanlagen, Gegensprechanlagen, Telefonanlagen und des Mobilfunks über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
  • Steuerung und Protokollierung von technischen Subsystemen wie z.B. LKW-Waagen über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen.
  • Überwachung, Steuerung und Protokollierung von Parkplätzen in Tiefgaragen über gesicherte, bidirektionale Schnittstellen oder potentialfreie Kontakte.
Die automatisch erfassten Daten müssen durch das System zum Teil selbsttätig verarbeitet, aber auch im Dialog mit dem Bediener verarbeitet, verteilt und dokumentiert werden können.

Neben der Übernahme von Ereignissen über Datenbus und Kontakte muss auch die Möglichkeit bestehen, mit Unterstützung durch geeignete Formulare an der Datensichtstation sonstige Spezialalarme (Bombendrohung, Geiselnahmen usw.) einzugeben.

Das System muss mit einer leistungsfähigen Dialogsoftware ausgestattet sein und eine individuelle Zugriffsberechtigung durch Passwörter ermöglichen. Jeder einzelne Bedienschritt der windows-ähnlichen Software ist mittels Passwortberechtigung abzusichern.
Alle Bedienvorgänge der Gefahrenmeldezentralen sollen über Maus, Trackball, Touch-Screen oder Tastatur der Workstation durchgeführt werden können.

Bildnachweis: Werner Harke, Lambrecht