DIN, EN oder ISO?

Kleines 1 x 1 der Abkürzungen

Neben der in Deutschland hochangesehenen DIN (Deutsche Industrienorm) gibt es noch zwei weitere Bezeichnungen für Normen:

  • EN - für die europäischen Normen
  • ISO - für die internationale Normung
Wird eine bereits geltende deutsche Norm in eine europäische Norm überführt, werden die beiden Bezeichnungen einfach hintereinander gesetzt: zum Beispiel: DIN EN 12326-1.

Nach der Öffnung des deutschen Marktes zugunsten des europäischen Binnenmarktes sollten auch die nationalen Normen in der Schieferbranche eine einheitliche Grundlage zur Beseitigung von Handelsgrenzen und -hindernissen bilden. Die gesetzliche Grundlage der Normen für Baustoffe ist die Bauproduktenrichtlinie (CPD), die inzwischen als Bauproduktengesetz (BauPG) in internationales Recht überführt wurde. (Diese wiederum wird wahrscheinlich zum 1. Juli 2013 außer Kraft gesetzt, da zu dem Zeitpunkt alle Bestandteile der neuen Bauproduktenverordnung gültig werden BauPVo, Verordnung EU 305/2011. Der genaue juristische Ablösungsprozess steht allerdings noch nicht fest.) Da bei den neuen Normen kein einziges Bauprodukt in Europa aus der Normung herausfallen durfte, können die neuen europäischen Normen nur als ein Minimalkonsens aller beteiligten Interessenvertreter gelten. Die Gesetzgebung im Binnenmarkt schreibt eine gemeinsame europäische Norm unter Beteiligung aller 19 Ländern des CENs (alle EU-Beitrittsstaaten ferner die Schweiz, Norwegen) vor. Die Abstimmung erfolgte ohne Vetorecht der einzelnen Staaten. Der integrative Charakter dieser Vorgehensweise ermöglicht zwar die grundsätzliche Entstehung von europäischen Normen, verhindert aber eine wirkliche Qualitätsunterscheidung der einzelnen Schiefervorkommen.

Schieferkauf ist somit Vertrauenssache, wobei der jeweilige Schieferlieferant aufgefordert ist, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen, denn vor der Europäisierung waren die Ansprüche der Kunden an das Naturprodukt Schiefer sehr hoch.