Vorgespanntes Mauerwerk

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Typische Anwendungsbeispiele für vorgespannte Mauerwerkswände sind zum einen Wände, die in ihrer Ebene infolge von Wind, horizontalen Verkehrslasten oder Erdbeben beansprucht werden. Zum anderen sind es Wände, die senkrecht zu ihrer Achse infolge von Erddruck oder Wind belastet werden und geringe Wandnormalkräfte aufweisen. Die Konstruktion kann außerdem für hohe Giebelwände unter Winddruckbelastung eingesetzt werden. Darüber hinaus ist vorgespanntes Mauerwerk für Gebäude mit wenigen aussteifenden Wänden einsetzbar, wie etwa Reihenhäuser. Für die Anwendung des Bauverfahrens ist derzeit eine Zustimmung im Einzelfall notwendig.

Vorteile:

  • Einsatz von Vorspannung im Mauerwerk zur gezielten Erhöhung der Biegedrucktragfähigkeit und Schubtragfähigkeit von Mauerwerkswänden
  • Erweiterung des Anwendungsbereiches von Mauerwerk, z. B. für hohe Giebelwände unter Winddruckbelastung
  • Erhöhter Erdbebenwiderstand durch erhöhte Schubtragfähigkeit
  • Sowohl als vor Ort gemauerte Lösung mit Kleinformaten als auch mit großformatigen Planelementen (vorgefertigte Wandtafeln) ausführbar
Wird ein vorgespanntes Mauerwerk aus Kalksandsteinen hergestellt, bestehen mehrere Ausführungsvarianten, so ist ein Mauern vor Ort mit maschineller Unterstützung und die Herstellung durchgehender Spannkanäle mittels PE-Hüllrohre möglich. Außerdem können vorgefertigten Mauertafeln mit durchgehenden PE-Hüllrohrkanälen für die Spannglieder aufgestellt werden. Ebenfalls eine Variante stellt das nachträgliche Einfädeln der Monolitzen dar, bzw. das Aufbringen der Vorspannkräfte nach Erreichen ausreichender Druckfestigkeiten des Mauerwerks.

Einen Überblick zur Erstellung von vorgespanntem Mauerwerk aus Kalksandstein bietet die unten aufgeführte Pdf-Datei des Kalksandsteinherstellers Silka. Sie enthält unter anderem die technischen Regelwerke, die zu verwendenden Baustoffe, die Anwendungsbereiche und Ausführungsvarianten.

Bildnachweis: Silka, Duisburg