Fugen

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Die beiden wichtigsten Fugen im Mauerwerksbau sind die Lager- und die Stoßfuge. Als Lagerfuge wird der vermörtelte horizontale Zwischenraum zwischen übereinander liegenden Mauersteinschichten bezeichnet. Die Dicke der Lagerfuge ergibt sich in Abhängigkeit von der verwendeten Mörtelart und der Steinart: Mauerwerk in Normalmörtel ca. 12 mm; Plansteinmauerwerk in Dünnbettmörtel: ca. 2 mm. Stoßfugen befinden sich zwischen den Mauersteinen einer Lage, sie werden vermörtelt oder unvermörtelt hergestellt, die Ausführungsart von unvermörtelten Stoßfugen wird als Stumpfstoßtechnik bezeichnet.

Der Begriff Sollfugendicke bezieht sich auf den fertigen Zustand des Mauerwerks. Beim Sichtmauerwerk bestimmen Fugen neben dem Steinformat und der Steinart ganz wesentlich die Fassadengestaltung und damit Ansicht des Gebäudes.

Die Ausführung von Fugen, deren Dichtung und die Qualitätsanforderungen an Dichtstoffe sind für den Hochbau in der DIN 18540 Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen geregelt. Der Geltungsbereich der DIN 18540 umfasst Dehnungsfugen (mit statischer Belastung) zwischen Bauteilen aus Ortbeton, Beton- und Stahlbetonfertigteilen, unverputztem Mauerwerk und Naturstein. Bei Porenbeton wird die DIN sinngemäß angewendet, zusätzlich gelten besondere Richtlinien des Bundesverbandes Porenbeton.

Konstruktiv maßgebend ist die Fugengeometrie: das Verhältnis von Fugenbreite und Fugentiefe, basierend auf den zu erwartenden Bewegungen und der zulässigen Gesamtverformung des Dichtstoffes. Aus der Fugenbreite ergibt sich die Dicke des Dichtstoffes. Definiert sind Fugenbreiten zwischen 15 und 35 mm für die Abdichtung mit spritzbaren Dichtmassen. Kleinere oder größere Fugen (Dehnungsfugen im Neubau und Sanierung, sowie die meisten Anschlussfugen) können dagegen nur mit fugenüberlappenden Bändern sicher abgedichtet werden.

Voraussetzung für die funktionsgerechte Fugendichtung ist die Zwei-Flanken-Haftung. Der Dichtstoff wird dabei mit einer Hinterfüllung aus Polyäthylen-Rundschnüren vom rückwärtigen Untergrund getrennt. Nur so sind Bewegungen innerhalb des Dichtstoffes, sei es aufgrund der Bauwerksbewegung oder aufgrund von Witterungseinflüssen, ohne Beschädigung der Dichtung möglich.

Die Fuge wird definiert durch die angrenzenden Bauteile. Ausschlaggebend für die Dichtung sind daher neben der Fugengeometrie die Randbedingungen: Die Beschaffenheit der Untergründe, deren Festigkeit und Saugfähigkeit sowie die Materialverträglichkeit zwischen Untergrund und Dichtstoff. Haftungstabellen der Hersteller weisen die Eignung der Dichtstoffe für unterschiedliche Untergründe aus. Sogenannte Primer verbessern dabei die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Materialien.