Feuerwiderstandsklassen

Bildergalerie | 1 |

DIN 4102-2 und DIN EN 13501-2

Bauteile werden entsprechend ihrer Feuerwiderstandsdauer in verschiedene Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Die Klassifizierung regeln zurzeit in Deutschland gleichberechtigt die deutsche (alte) Norm DIN 4102-2: Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Bauteile, Begriffe, Anforderungen und Prüfungen und die europäische (neue) Norm DIN EN 13501-2: Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten - Teil 2: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Feuerwiderstandsprüfungen, mit Ausnahme von Lüftungsanlagen. Analog dazu muss die Feuerwiderstandsklasse von Bauteilen durch Prüfungen nach DIN 4102 oder nach DIN EN 1363 ff: Feuerwiderstandsprüfungen nachgewiesen werden. Das deutsche Normensystem wird nach und nach von den europäischen Normen abgelöst.

DIN 4102-2
Nach DIN 4102-2 enthält die Bezeichnung der Feuerwiderstandsklasse den Kennbuchstaben F und eine Zahl, die die bei den Prüfungen ermittelte Feuerwiderstandsdauer in Minuten angibt, abgerundet auf den nächsten durch 30 teilbaren Wert. Es ergeben sich die Feuerwiderstandsklassen:

  • F 30
  • F 60
  • F 90
Bestimmte Bauteile, bei deren Prüfung besondere Prüfungsbedingungen und Beurteilungskriterien angewendet wurden, erhalten einen speziellen Kennbuchstaben. Beispielsweise steht I für Installationskanäle, K für Lüftungsklappen, L für Lüftungsleitungen, T für Feuerschutzabschlüsse (Türen, Tore, Klappen) und W für nicht tragende Außenwände. Dadurch ergeben sich Bezeichnungen für Feuerwiderstandskassen wie z.B. T 90 für einen Feuerschutzabschluss mit einer Feuerwiderstandsdauer nach DIN 4102 von 90 Minuten.

DIN EN 13501-2
Die DIN EN 13501-2 unterscheidet folgende Kriterien für die Beschreibung des Feuerwiderstands eines Bauteils oder Produkts, unabhängig von dessen Funktion im Gebäude:

  • Tragfähigkeit (R)
  • Raumabschluss (E)
  • Wärmedämmung (I)
Für jedes dieser Kriterien wird die Leistungszeit in Minuten mit einer der folgenden Zahlen angegeben: 15, 20, 30, 45, 60, 90, 120, 180, 240, 360. Es erfolgt also eine genauere Einteilung als nach DIN 4102. Ein Bauteil, dessen Tragfähigkeit im Brandfall für 120 Minuten, dessen raumabschließenden Funktion für 60 Minuten und dessen Wärmedämmung für 30 Minuten erhalten bleibt, entspricht z.B. der Feuerwiderstandsklassifizierung R 120 / RE 60 / REI 30. Falls erforderlich, kann die Klassifizierung durch folgende Zusätze erweitert werden:

  • Begrenzung der Wärmestrahlung (W)
  • Mechanische Stabilität (M)
  • Begrenzung der Rauchdurchlässigkeit (S)
  • Selbstschließend (C)
  • Aufrechterhaltung der Energieversorgung (P)

Einige weitere Zusätze können angefügt werden, um noch genauere Angaben zu speziellen Randbedingungen der Klassifizierung zu machen.

Bauaufsichtliche Brandschutzanforderungen
Die Landesbauordnungen (LBO) stellen je nach Gebäudeklasse, also entsprechend der Höhe des Gebäudes und der Größe der Nutzungseinheiten, unterschiedliche Brandschutzanforderungen an die Bauteile. Sie unterscheiden dabei zwischen folgenden Anforderungen:

  • feuerhemmend (fh)
  • hoch feuerhemmend (hfh)
  • feuerbeständig (fb)
Die Feuerwiderstandsklassen von Bauteilen sowohl nach DIN 4102-2 als auch nach DIN EN 13501-2 werden diesen bauaufsichtlichen Anforderungen zugeordnet. Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung nach DIN EN 13501-2:



Folgende Tabelle zeigt die Feuerwiderstandsklassen von Bauteilen nach DIN 4102-2 und ihre Zuordnung zu den bauaufsichtlichen Anforderungen:

Auszug aus DIN 4102-2 Tabelle 2