Herstellung: Nadelvlies

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Nadelvlies setzt sich aus einer Wirrlage von einer oder mehreren Schichten zusammen. Die Nutzschicht (von oben sichtbare, begangene Schicht) besteht überwiegend aus synthetischen, groben Stapelfasern, deren Zusammensetzung (z.B. Polyamid-, Polypropylen- oder Polyester-Monofilgarne) das Verschleißverhalten wesentlich beeinflussen. Sofern vorhanden, werden eine oder mehrere darunter befindliche Schichten aus weniger strapazierfähigen, in der Regel auch synthetischen Fasern, als Füll- oder Trägerschicht hergestellt. Für die Nutzschicht werden in geringem Umfang auch Haare (z. B. Ziegenhaare) verwendet.

Es entstehen dabei überwiegend textile Bodenbeläge mit einer planen, zweidimensionalen Oberseite (Fachausdruck: Nadelvlies). Durch den Einsatz spezieller Nadeln können jedoch auch Fasern so aus dem Faserverbund der Nutzschicht aus der Oberfläche herausstehend genadelt werden, dass eine polartige Oberfläche entsteht (Fachausdruck: Polvlies). Damit lassen sich schlingen- oder velourartige Strukturen erzielen. Im Vergleich zu Polteppichböden weisen Nadelvliese einen geringen Komfort auf.

Je nach Art und Menge der eingesetzten Fasern lassen sich gering strapazierfähige, preiswerte Produkte (z. B. für den Einsatz als Messebeläge) bis hin zu extrem strapazierfähigen Belägen herstellen, die in Objekten mit hoher Begehfrequenz wie Kaufhäusern, Schulen, Fluren von Pflegeheimen und Krankenzimmern eingesetzt werden können. Die Kombination von Grob- und Feinfasern macht den Belag schmutzunempfindlich, insbesondere wenn es sich um einen dunklen Farbton handelt. Auf Nadelvliesbelägen bilden sich kaum Laufgassen, ihr Trittschallverbesserungsmaß liegt in der Regel zwischen 16 und 24 dB. Sie sind meist antistatisch, geeignet zur Verlegung über Fußbodenheizung und rutschhemmend.

Nadel- und Polvliesbeläge werden im Handel als Bahnenware oder Fliesen in unterschiedlichen Größen angeboten. Damit deren Dimensionen unter Einwirkung von Temperaturen und Luftfeuchtigkeit stabil bleiben, werden in die Produkte Trägerschichten eingenadelt, z. B. aus Glasfasergeweben.

Für die Verlegung sind Untergründe geeignet, die eben, fest, rissefrei und trocken sind und bleiben. Bei der fachgerechten Verlegung durch ganzflächiges Kleben ist der Einsatz besonderer, explizit für die Verlegung von Nadel- oder Polvliesen geeigneter Kleber zu beachten. Besondere Aufmerksamkeit ist auf den korrekten Kantenschluss bei Nähten zu richten. Zur Verbesserung der antistatischen Eigenschaften und der Erhöhung der Leitfähigkeit werden dabei leitfähige Kleber vorgezogen.

Bei der Pflege und Reinigung von Nadelvlies- und Polvliesbelägen sind die von den Herstellern angegebenen Reinigungsempfehlungen zu berücksichtigen. Reinigungsverfahren auf der Basis mechanischer Einwirkung (z.B. Shampoonieren mit der Einscheibenmaschine) sind zu vermeiden, da die Gefahr von Pillingbildung durch herausgezogene Fasern besteht.