Selbstverdichtender Beton (SVB)

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Selbstverdichtender Beton (SVB) ist ein Hochleistungsbeton, der sich durch seine große Fließfähigkeit auszeichnet und dessen besonderes Leistungsvermögen in der Frischbetoneigenschaft „Selbstverdichtung“ besteht.

Eigenschaften
Selbstverdichtender Beton weist ein großes Potenzial für die Rationalisierung, nicht nur bei der Betonfertigteilproduktion, sondern auch beim Bauablauf auf der Baustelle auf. Da auf das Verdichten verzichtet werden kann, entfällt ein Arbeitsgang. Der Mehlkorngehalt von SVB ist sehr hoch und die Konsistenz so sehr flüssig-weich, dass er sich gleichmäßig in der Schalung verteilt. Es entstehen nahezu porenfreie Oberflächen, die für Sichtbeton prädestiniert sind.

Da die Entlüftung des Beton über das Material selbst erfolgt und nicht über manuelle Entlüftung, ist sein Einsatzgebiet bei Konstruktionen mit hohem Bewehrungsanteil oder besonderen Geometrien, z.B. bei geneigten Flächen, wo der Rüttler die Schalhaut beschädigen könnte, besonders geeignet. Um diese Vorteile nutzen zu können, ist größte Sorgfalt bei der Herstellung und in der Qualitätssicherung erforderlich.

Zusammensetzung
Durch neuartige Fließmittel auf Basis von Polycarbonat Polycarboxylat-Ethern (PCE) wurde die Entwicklung von SVB erst möglich. SVB enthält bei gleichem Zementgehalt und Wasserzementwert mehr Fließmittel und mehr Mehlkorn als Normalbeton (Mehlkorngehalt SVB: 500 – 600 kg/m³ , Normalbeton: 350-400 kg/m³). Um die Fließbewegung nicht zu behindern, ist der Anteil an gröberen Gesteinskörnungen verringert.

Zulassung
Für die Verwendung von SVB gibt es keine verbindliche Norm. Angewendet werden kann die DAfStb-Richtlinie "Selbstverdichtender Beton", die noch nicht bauaufsichtlich eingeführt ist. Die vom Deutschen Ausschuss für Stahlbeton erarbeitete Richtlinie orientiert sich an der Gliederung der DIN EN 206-1/DIN 1045-2 sowie der DIN 1045-3 und legt zu einzelnen Abschnitten für SVB ergänzende Anforderungen fest. Außerdem sind Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben "SVB als Transportbeton" der Forschungsgemeinschaft Transportbeton (FTB) in diese Richtlinie eingeflossen. Nachdem die Richtlinie seit Dezember 2004 in der so genannten Bauregelliste des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) aufgeführt wird, kann auf die bisher erforderlichen bauaufsichtlichen Zulassungen verzichtet werden. Die Verwendung von Selbstverdichtendem Beton ist damit quasi normativ geregelt.

Bildnachweis: Susanne Junker, Berlin (1); Doka, Amstetten/A (2); Lisa Rastl (3); www.beton.org (4)