Qualitätskontrolle in der Produktion

Damit Beton die vorgesehenen Eigenschaften erreicht, greifen in der Produktion, beim Transport und auf der Baustelle mehrere aufeinander abgestimmte Kontrollschritte ineinander. Maßgeblich sind dabei die aktuellen Regelwerke DIN EN 206: Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität und DIN 1045: Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton. Die Kontrolle reicht von der Dokumentation im Betonwerk über die Überwachung der Herstellung bis hin zu Prüfungen auf der Baustelle. Ziel ist es, entlang der gesamten Lieferkette gleichbleibende und reproduzierbare Betoneigenschaften sicherzustellen.

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Grundlage Lieferschein

Als zentrales Dokument der Qualitätsbeurteilung dient der Lieferschein. Er belegt, dass die vereinbarte Betonzusammensetzung eingehalten wurde, und weist die tatsächlichen Einwaagen aller Ausgangsstoffe aus. Dazu zählen Zement, Gesteinskörnungen, Zusatzmittel und Zusatzstoffe sowie der Gesamtwassergehalt der Mischung. Aus diesen Angaben ergibt sich der berechnete Gesamtwasserzementwert, der maßgeblich Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Dichtigkeit des Betons beeinflusst. Die Angaben auf dem Lieferschein müssen mit der genehmigten Betonzusammensetzung übereinstimmen und bilden die Grundlage der Konformitäts- und Annahmekontrolle auf der Baustelle.

Zuständigkeiten

Gemäß Zement-Merkblatt B 5: Überwachen von Beton auf Baustellen gibt es drei Überwachungsklassen, denen Betone je nach Durckfestigkeits- und Expositionsklasse bzw. gewünschten Eigenschaften zugeordnet werden. Dort heißt es auch, dass der Verwender des Betons (sprich das Baubauunternehmen) im Rahmen der Überwachung auf der Baustelle den Nachweis für das Erreichen der Betoneigenschaften erbringen muss. Dabei ist das ausführende Bauunternehmen ungeachtet der Überwachungsklasse verpflichtet, eine unternehmenseigene oder eine externe Betonprüfstelle hinzuzuziehen.

Zur Beurteilung der Frischbetoneigenschaften werden vor dem Entladen des Fahrzeugs Proben entnommen. Anhand dieser Proben lassen sich Konsistenz, Luftgehalt, Dichte und gegebenenfalls der Wasserzementwert überprüfen. Zugleich geben sie Aufschluss über die Homogenität des Betons. Die entnommenen Proben dienen zudem als Grundlage für die spätere Festigkeitsprüfung anhand von Prüfwürfeln oder -zylindern. So lässt sich nachvollziehen, ob die gelieferte Betonqualität den festgelegten Anforderungen entspricht.

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Qualitätsfaktoren: Mischdauer und Mischintensität

Auch die Art der Betonherstellung wirkt sich unmittelbar auf die Mischqualität aus. Werkhergestellter Beton, der vollständig im stationären Mischer des Transportbetonwerks gemischt wird, erreicht in der Regel eine höhere und besser reproduzierbare Homogenität als Beton, der erst im Fahrmischer fertig gemischt wird. Im Werk kann die vorab definierte Mischdauer und Mischintensität genau eingehalten und somit ein gleichmäßiger Aufschluss des Zementleims begünstigt werden.

Gerade bei Sichtbeton, dessen Oberflächen sichtbar bleiben und hohe gestalterische Anforderungen erfüllen, empfiehlt sich daher werkhergestellter Beton. Er sorgt für eine gleichmäßigere Frischbeton- und Farbverteilung und reduziert das Risiko optischer Unregelmäßigkeiten wie Marmorierungen oder Wolkenbildungen. Mischdauer und Mischintensität wirken sich ebenfalls direkt auf die Qualität des Frischbetons aus. Die Regelwerke fordern eine gleichmäßige Verteilung aller Bestandteile. In der Praxis haben sich Mindestmischzeiten von etwa 30 bis 60 Sekunden für Normalbetone sowie von mindestens 60 bis 90 Sekunden für Betone mit erhöhten Anforderungen etabliert.

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Grenzen der Mischdauer

Ein längeres und intensiveres Mischen schließt den Zementleim besser auf. Die Gesteinskörnungen werden gleichmäßig umhüllt, Zusatzmittel und Luftporen verteilen sich homogener, und die Verarbeitbarkeit des Betons verbessert sich. Häufig lässt sich dadurch mit geringerem Wassergehalt arbeiten, was einen niedrigeren Wasserzementwert und höhere Festigkeiten begünstigt. Gleichzeitig sinkt die Entmischungsneigung, was insbesondere bei Sichtbeton, selbstverdichtendem Beton und hochfesten Betonen von Bedeutung ist.

Allerdings stößt der Mischprozess an Grenzen. Sehr lange Mischzeiten oder lange Standzeiten des Frischbetons führen zu Temperaturanstieg, Konsistenzänderungen und erhöhtem Wasserbedarf. Diese Effekte können die erreichbare Druckfestigkeit und die Dauerhaftigkeit des Betons beeinträchtigen. Die Qualitätskontrolle berücksichtigt daher auch zulässige Höchstzeiten für Mischen, Transport und Einbau, um die geplanten Festbetoneigenschaften zuverlässig zu erreichen.

Fachwissen zum Thema

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Mischen von Beton

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Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart; Architekten: UN Studio

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Betonarten

Sichtbeton

Was ist bei der Ausschreibung von Sichtbetonflächen relevant, welche grundsätzlichen Regeln zur Zusammensetzung und Schalung gibt es und was ist bei der Beurteilung zu beachten?

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Wasserzementwert

Kaum eine Kennzahl prägt Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Gefügedichte von Beton so stark wie der Wasserzementwert.

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Wasserzementwertneu

Der Wasserzementwert (w/z-Wert) beschreibt das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zum Zement im Frischbeton.

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Qualitätskontrolle in der Produktion

Die Qualität des Betons wird bereits durch die Eigenschaften der eingesetzten Ausgangsstoffe bestimmt.

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Von der genehmigten Betonzusammensetzung bis zum fertigen Bauteil greifen in der Betonproduktion abgestimmte Kontrollschritte ineinander.

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Zugabewasser

Wasser ist neben Zement, Sand und Kies einer der essentiellen Bestandteile des Betons.

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Es setzt die Hydratation des Zements in Gang und bestimmt über Festigkeit und Dichtigkeit mit. Somit ist Wasser unverzichtbar für die Betonherstellung.

Verdichten von Beton

Beim Einbringen des Frischbetons steht ein Bauarbeitender bereits mit einem Rüttler parat (im Bild rechts).

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Das Verdichten bestimmt maßgeblich Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Oberflächenqualität von Betonbauteilen.

Wiederverwendung von Betonbauteilen

Wiederverwendung unmöglich: Anstatt sie behutsam rückzubauen werden viele Betongebäude mit der Abrissbirne zerstört, wie 2018 bei der Oberpostdirektion Hamburg (Post-Pyramide) geschehen.

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Betongebäude sind riesige Materiallager. Um aus ihnen ganze Bauteile zurückzugewinnen, braucht es eine genaue Bestandserfassung und einen sorgfältigen Rückbau.

Aufbereitung von Betonabbruch

Das Recyceln von Beton spart Primärrohstoffe, Energie und Deponieraum.

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Zerkleinert, sortiert und gereinigt sind Beton- und auch Mauerwerksabbruch wertvolle Ressourcen für die Herstellung von Recyclingbeton.

Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

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Kohlendioxid aus der Beton- und Zementherstellung soll gar nicht erst in die Atmosphäre gelangen, sondern weiterverwendet oder eingelagert werden.

Zertifizierung des Concrete Sustainability Councils

2016 wurde das Concrete Sustainability Council gegründet, dessen Zertifikate nachhaltiges Handeln in der Beton- und Zementherstellung ausweisen sollen.

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Um eines der Label zu bekommen, müssen Beton- und Zementwerke nachweisen, dass sie ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich handeln.

Energie in der Zementherstellung

Bei der Zementherstellung wird viel thermische Energie benötigt, zum Beispiel um den Kalk zu Klinker zu brennen.

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Große Mengen thermischer und elektrischer Energie werden benötigt, um Kalk zu Klinker zu brennen und daraus Zement herzustellen.

Zusammensetzung von Beton

Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

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Gesteinskörnungen, Zement und Wasser sind die Ausgangsstoffe des mineralischen Baustoffs. Durch Zusatzmittel und -stoffe lässt er sich den jeweiligen Anforderungen anpassen.

Einfluss der Ausgangsstoffe

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Sämtliche Ausgangsstoffe haben Einfluss auf die Funktionalität und Qualität des Betons in seiner jeweiligen Anforderung. Wichtig...

Hauptbestandteile des Zements

Portlandzementklinker, Hüttensand, natürliche Puzzolane, Kieselsäurereiche Flugasche, Gebrannter Schiefer gehören zu den Hauptbestandteilen von Zement.

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Zur Betonherstellung wird neben Gesteinskörnungen und Wasser ein Bindemittel benötigt: der Zement. Seine Hauptbestandteile sind:...

Betonherstellung und Klimaschutz

Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

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Bindemittel, Zusatzmittel und Zusatzstoffe

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BindemittelBindemittel sind im plastischen Zustand verarbeitbare anorganische oder organische Substanzen, die im Laufe einer...

Kompositzemente und alternative Bindemittel

Der hohe Kohlenstoffdioxidausstoß bei der Herstellung von Portlandzementklinker befeuert die Suche nach alternativen Bindemitteln.

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Bei Kompositzementen wird ein Teil des Portlandzementklinkers ersetzt; alternative Bindemittelsysteme kommen ohne den in der Herstellung CO2-intensiven Stoff aus.

Konsistenz von Beton

Frischbeton sollte so beschaffen sein, dass er ohne wesentliches Entmischen gefördert, eingebaut und verdichtet werden kann

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Betoniervorgang

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Das Einbringen des Betons in die Schalung ist eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen einer hohen Betonqualität. Beton ist...

Ausschalen und Nachbehandeln

Nach 28 Tagen ist die ausschlaggebende Druckfestigkeit von Beton erreicht und das Bauteil kann ausgeschalt werden.

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Ein behutsames Vorgehen ist ratsam, damit es nicht zu Arbeitsunfällen oder Schäden am noch jungen Bauwerk kommt.

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Alle Veranstaltungen zum Thema Bauen mit Beton finden Sie unter
www.beton.org/veranstaltungen

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