Pfahlgründung
Das Gründen mit Pfählen ist eine der ältesten Gründungsmethoden. Sie wird verwendet auf weichem oder wässrigem Baugrund oder an engen Baustellen. Man unterscheidet die Pfähle nach der Art ihrer Herstellung, dem Einbau und dem Verfahren.
Herstellung
Bei der Herstellung werden Fertigpfähle, Ortbetonpfähle und Verbundpfähle unterschieden. Fertigpfähle werden in ganzer Länge oder Teilstücken vorfabriziert und montiert. Ortbetonpfähle werden im Bohrloch betoniert. Bei Verbundpfählen wird ein vorgefertigtes Tragglied (Stahl oder Beton) in ein Bohrloch eingeführt und dort mit Zementmörtel verpresst. Es entsteht ein Verbund von Baugrund und Tragglied. Verpressanker sind ein Sonderfall des Verbundankers. Sie werden als Verpresspfahl entsprechend DIN 4128 und als Verpressanker mit Vorspannung nach DIN 4125 hergestellt.
Einbau
Pfahlgründungen können auf unterschiedliche Weise eingebaut werden, durch:
- Rammen, DIN 4026
- Bohren, DIN 4014
- Spülen
- Verpressen, DIN 4128
- Rütteln oder
- Schrauben
Verfahren
Pfahlgründungsverfahren mit Erdreichverdrängung
Diese werden durch Rammpfähle, Einpresspfähle und Schraubpfähle durchgeführt.
Verdrängungsbohrverfahren
Bei diesem Verfahren wird eine durchgehende Hohlbohrschnecke, die unten durch eine Fußplatte wasserdicht verschlossen ist, drehend abgeteuft. Dabei wird der die Hohlbohrschnecke umgebende Boden verdrängt und gleichzeitig verdichtet. Durch die am Bohrrohr außen angebrachte Schneckenwendel findet eine geringe Bodenförderung statt. Wenn die Hohlbohrschnecke bis in den tragfähigen Baugrund vorgedrungen ist, wird der Bewehrungskorb in das Bohrrohr eingebracht. Anschließend wird der Beton unter gleichzeitigem Ziehen der Hohlbohrschnecke eingepumpt. Dabei verbleibt die Fußplatte im Boden. Der Pfahldurchmesser, der dadurch entsteht, entspricht dem Außendurchmesser der Schneckenwendel. Mit diesem Verfahren können Pfähle mit einer Länge bis zu 34 m und Pfahldurchmessern von 40 bis 75 cm hergestellt werden. Durch das Abbohren mit geschlossenem Rohr sind die Möglichkeiten eines Sohlenaufbruchs, eines Hydraulischen Grundbruches sowie von Hohlraumbildungen im Boden ausgeschlossen. Eine Verwendung von Stützflüssigkeiten ist nicht erforderlich. Der Einbau des Pfahlbetons erfolgt im Inneren des Rohres im Trockenen. Das Verfahren kommt den Forderungen des Umweltschutzes entgegen, da das Abbohren fast ohne Beeinträchtigung der Umgebung erschütterungsfrei und geräuscharm erfolgt.
Pfahlgründungsverfahren mit Erdaushub
Hier findet die Kraftübertragung durch die Mantelreibung statt, die an den Übergangsflächen zwischen Pfahlkörper und dem Boden entsteht. Die Größe der Mantelreibung ist abhängig von dem Aufbau und der Zusammensetzung des Bodens, der Herstellung des Pfahles und durch die Oberflächenbeschaffung des Pfahles.
Sicher gründen und Energie gewinnen.
Besondere Pfahlarten
Eine besondere Pfahlart ist die Kombination von Pfahlgründung und Energiepfählen zur Nutzung oberflächennaher Geothermie. Bei Gebäuden, die aufgrund der Geologie eine Pfahlgründung benötigen, lässt sich die Geothermie besonders kostengünstig einsetzen. Ortbetonpfähle haben wegen des Einbaus der erforderlichen PE-Rohre nach dem Einbringen der Vortreibrohre Vorteile gegenüber Fertigpfählen, da sie nicht durch den Rammvorgang beschädigt werden können. Vor dem Einbau der PE-Rohre in das Vortreibrohr und nach Fertigstellung der Pfähle werden Dichtigkeitsprüfungen durchgeführt. Nach dem Kappen der Pfähle erfolgt die horizontale Anbindung der PE-Rohre an die Wärmepumpen der Energiezentrale.
Quelle: Franki Grundbau, Seevetal
