Entwicklung des Betons ab 1950
In den Nachkriegsjahren entwickelt sich Beton zu einem der wichtigsten Baustoffe. Grund ist die hohe Wirtschaftlichkeit, seine nahezu unbegrenzten Möglichkeiten in gestalterischer Vielfalt, die freie Formbarkeit und die Bearbeitungsmöglichkeiten der Oberflächen - alles scheint möglich. Wichtige Architekten dieser Zeit sind Louis Kahn (USA), Atelier 5 (Schweiz), Jorn Utzon (Dänemark) oder Gottfried Böhm (Deutschland). Ein wichtiges Gebäude dieser Zeit ist das Rathaus Bensberg - es wurde in die teilweise noch aufstehenden Mauer- und Turmreste einer Burganlage des 12. Jahrhunderts eingepasst
Die Spätmoderne und die Postmoderne bedienen sich ebenfalls des Betons, entfernen sich jedoch vom Internationalen Stil und bringen individuelle Architektur zum Vorschein. Carlo Scarpa, Mario Botta, Luigi Snozzi und Ricardo Bofill prägen den Stil dieser Zeit.
Auswüchse und Bausünden durch verantwortungslose Betonwüsten in den 1970er Jahren prägen ein Negativ-Image für die Betonarchitektur. Trotz dieser Negativerfahrungen beginnt in den 1990er Jahren nach strukturalistischen Strömungen eine Renaissance des sichtbar belassenen Betons. Unermüdliches Experimentieren mit der Gestaltung von Oberflächen kommt zum Tragen. Tadao Ando macht den Sichtbeton mit glatten, tapetenartigen Wandflächen modern. Günter Domenig, Herzog & de Meuron, Peter Märkli, Atelier 5, Gigon und Guyer, Daniel Libeskind, Santiago Calatrava sind nur einige Architekten die den Weerkstoff Beton in einer unerschöpflichen Vielfalt zu großartiger Architektur werden lassen.
Bildnachweis: La Congiunta, Gaston Wicky
