Akademie in Lörrach

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Geschlaufte Deckung mit Schiefer für die Fassade

Im Oktober 2008 wurde die von den Stuttgarter Architekten Lederer + Ragnarsdóttir + Oei entworfene Baden-Württembergische Berufsakademie in Lörrach bezogen. Die Neubauten schaffen, analog zum bestehenden Gebäudeensemble aus den 1960er Jahren, durch ihre Anordnung einen inneren Freiraum, der große Fenster und Blickbezüge zur Stadt hin ermöglicht. Sie sind auf der einen Seite durch die höhengleiche Ausführung an den Bestand angebunden, auf der anderen Seite geht die Anlage fließend in die Landschaft über.

Der große Hörsaal, ein Rundbau, bildet das Gelenk zwischen zwei Flügeln. Die linke Gebäudespange mit den Einzelbauten und den Pavillons enthält Seminar- und Vorlesungsräume, während im rechten, zweigeteilten Gebäuderiegel Arbeitsräume und Laborbereiche untergebracht sind. Für beide Riegel wählten die Architekten wie bereits bei ihrem kürzlich fertig gestellten Projekt  Haus der Kirche in Heilbronn Schiefer als prägendes Material.

Durch eine massive Bauweise und einen geringen Anteil verglaster Flächen sollte ein stabiles Raumklima und eine möglichst große Energieeinsparung erreicht werden.

Schiefer
Alle Fassaden, mit Ausnahme einzelner Sockelbereiche in KS-Mauerwerk, wurden mit Schiefer bekleidet. Der Detailaufbau der Außenwände umfasst folgende Schichten: 25 cm Beton, 12 cm Wärmedämmung, Unterkonstruktion (100 /60 mm), Lattung (24 / 48 mm), Konterlattung (30 /50 mm) und die abschließende Schieferdeckung von 5 mm Dicke. Die ausgeführte Deckart ist eine Waagerechte Deckung im Hochformat, die auch als Geschlaufte Deckung bezeichnet wird.

Die Stuttgarter Architekten verweisen auf zwei Materialien als prägende Elemente ihrer Architektur: Innen Mauerwerk aus Kalksandstein und außen Schiefer. Beides seien sehr vertraute, nachhaltige und dauerhafte Materialien und zusätzlich handwerklich gut zu verarbeiten. Insgesamt sei Schiefer bei den Nutzern und Betrachtern emotional positiv besetzt und eigne sich dadurch trotz der moderneren Bauformen gut dazu, eine gewisse Vertrautheit mit dem Neuen zu schaffen.

Bautafel

Architekten: Lederer + Ragnarsdóttir + Oei, Stuttgart
Projektbeteiligte: Mohnke Bauingenieure, Denzlingen (Tragwerksplaner); Rathscheck Schiefer und Dach-Systeme, Mayen (Schiefer)
Bauherr: Land Baden-Württemberg
Fertigstellung: 2008
Standort: Hangstraße 48, Lörrach
Bildnachweis: Roland Halbe, Stuttgart (1 - 3); Lederer + Ragnarsdóttir + Oei, Stuttgart (4 - 9)

Architektenprofil

Lederer Ragnarsdóttir Oei

Surftipps

Interview mit Lederer + Ragnarsdóttir + Oei

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