"Küchenmonument" in verschiedenen Städten

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Temporäre luftgestützte Hülle

Eine mobile Skulptur, die in zwei verschiedenen Zuständen existiert: Im transportablen Zustand als eine mit Zinkblech verkleidete Box und als erweiterte Form, indem sich aus der Box heraus eine pneumatische Raumhülle als Blase entfaltet, die die Skulptur im öffentlichen Raum zur Nutzung durch temporäre Gemeinschaften erweitert. An verschiedenen Orten werden unterschiedliche Bespielungen inszeniert: Ein Bankettsaal für Festessen, ein Konferenzraum, ein Kino, Konzertsaal oder Ballhaus, ein Schlafsaal, eine Boxarena und sogar ein Dampfbad. Entstanden ist die Idee anlässlich der Duisburger Akzente 2006, entwickelt wurde das "Küchenmonument" durch die Architekten von Raumlabor Berlin in Kooperation mit Plastique Fantastique, ebenfalls in Berlin ansässig.

Bisher trat das Küchenmonument an 24 unterschiedlichen Orten in 11 Städten temporär auf. In Duisburg wurde ein "Unort" unter der Autobahnbrücke erobert, in Warschau konnte im Rahmen des Passengers Festival eine Konferenz zum Thema "opening of space, localization of public art" am passenden Platz abgehalten werden. Es bot auch Raum für Veranstaltungen beispielsweise in Liverpool und Eindhoven.

Die Architekten von Raumlabor verbinden mit der Blase im öffentlichen Raum die Metapher des trojanischen Pferdes. Dieses scheint ihnen ein geeignetes Instrument, Identität in den öffentlichen Raum zu transportieren und diesen wieder zu erobern. Die mobile Skulptur fungiert als Behälter, den die Menschen aktiv mitgestalten können. Die Küche als Namensgeber ist für die Planer ein Spiegel städtischer Identitäten, in der sich kulturelle Eigenheiten und Traditionen offenbaren - dort setzt man sich zusammen und auseinander.

Das Küchenmonument wird als Box im geschlossenen Zustand an seinem Spielort abgestellt. Es zieht die Blicke auf sich, macht die Passanten neugierig. Es öffnet sich, die Folie wird ausgerollt und unter Rauschen füllt sich die Blase langsam mit Luft. Das Monument passt sich seiner Umgebung an, füllt leere Räume, schmiegt sich an die umliegenden Gebäude, an Laternen und Bäume.

Konstruktion
Die mobile Konstruktion gilt als fliegender Bau. Die Box als Eingangsbereich und Schleuse für die pneumatische Hülle ist ein umgebauter Bauwagen, verkleidet mit eloxiertem Stahlblech. Die Schleusenfunktion bewirken Lappen aus PVC am Eingang. Die Pneumatische Hülle mit fast 20 m Länge entfaltet sich aus der Box heraus: Unter dem Zugang über eine Rampe befindet sich ein herkömmlicher Industrieventilator, der die Hülle aufbläst und den notwendigen Überdruck aufrecht erhält - die Rampe erhält damit den „Marylin Monroe-Effekt“.

Die Hülle der Blase besteht aus einer faserverstärkten PE-Folie, die je nach Auflagen mehr oder weniger transparent ist. Muss das Küchenmonument vom TÜV als fliegender Bau abgenommen werden und die Hülle den Anforderungen B1 im Brandschutz erfüllen, geht die höhere Materialstärke zu Lasten der Transparenz. Die Stabilität der Blase wird durch eine Auflast von 50 Wasserkanistern (je 12l) erreicht. Der Boden wird mit einem PVC-Belag ausgelegt.

Das Küchenmonument wird von Raumlabor Berlin immer noch für Bespielungen zur Verfügung gestellt, die Veranstaltungen sollen jedoch eine gewisse Nähe zu ihren Arbeitsansätzen haben. Die Planer verstehen sich als Arbeits- und Aktionsgemeinschaft für Architektur und Urbanismus und befassen sich neben klassischen Architekturaufgaben auch mit künstlerischen Installationen und Aktionen im öffentlichen Raum.

Bautafel

Architekten: Raumlabor Berlin
Projektbeteiligte: Plastique Fantastique, Berlin (Pneumatische Hülle/Blase)
Bauherr: Raumlabor und Plastic Fantastique, Berlin
Standort: Verschiedene/Öffentlicher Raum
Fertigstellung: Jederzeit
Bildnachweis: Raumlabor Berlin