Wohnhaus in Ramat Hascharon

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Strahlend weiße Villa aus Beton und Glas

Üppig grüne Gärten prägen das Villenviertel von Ramat Hascharon, einer Kleinstadt rund zehn Kilometer nordöstlich von Tel Aviv. Dort plante der israelische Architekt Pitsou Kedem ein großzügig geschnittenes Wohnhaus für eine vierköpfige Familie. Auf einem lang gestreckten, rund 1.000 Quadratmeter großen Grundstück mit Ost-Westausrichtung liegt es zwischen zwei benachbarten Innenhöfen. Zur Straße schottet es sich mit einer Betonmauer ab und öffnet sich rückseitig mit riesigen Glasfronten zum Garten.

Das Gebäude besitzt eine Wohnfläche von 600 Quadratmetern, die sich auf zwei jeweils zweigeschossige Baukörper verteilen. Im Hauptbau befinden sich neben dem Eingang der offene Wohn-, Koch- und Essbereich mit darüberliegender Galerie, außerdem im Obergeschoss das Schlafzimmer der Eltern. Seine Westfassade besteht aus einer sechs Meter hohen Glasfront, die sich über einen Motor fast komplett beiseiteschieben lässt. In geöffnetem Zustand verschwimmen die Grenzen zwischen innen und außen: Nahtlos geht es vom Wohnraum auf die Terrasse und die anschließende Rasenfläche mit dem 6 x 25 Meter großen Pool. Rechtwinklig zum Hauptbau und in dieses eingeschoben, sind in einem ebenfalls zweigeschossigen, aber um eine Ebene tiefergelegten, sieben Meter breiten Anbau die Kinderzimmer und das Untergeschoss angeordnet. Von dort geht es ebenerdig auf einen terrassierten Innenhof auf der Nordseite, der vom Haupthaus über eine Treppe zugänglich ist.

Das auffälligste Merkmal des formal zurückhaltenden Hauses ist seine Farbe bzw. das Fehlen einer solchen. Außen und innen ist alles in Weiß gehalten. Wände, Böden und Decken sind weiß, ebenso sämtliche Möbel und Einbauten. Lediglich die nördliche Wandscheibe ist davon ausgenommen: Er zeigt die graue Oberfläche der tragenden Betonkonstruktion.

Beton
Die Tragkonstruktion des Gebäudes besteht im Wesentlichen aus einem winkelförmigen Rahmen aus südlicher Außenwand und Dachplatte, beide aus 60 Zentimeter starkem Stahlbeton hergestellt. Die Dicke war notwendig, um den offenen Raumfluss nicht durch Stützen zu unterbrechen. 2,50 Meter hinter ihrer äußeren Kante ist die westliche Glasfront zurückgesetzt angeordnet. Das auskragende Dach dient als Schattenspender für Wohnraum und Terrasse gleichermaßen.

Auf der Nordseite leitet eine Stahlbetonwand die Lasten des Daches nach unten ab. Anders als die anderen Wände im Haus zeigt sie auf ihrer Innenseite eine glatt geschalte Sichtbetonoberfläche einschließlich der Ankerlöcher und Arbeitsfugen. Ein länglicher Fensterschlitz ermöglicht einen zusätzlichen Ausblick von der Sitzgarnitur im Wohnzimmer nach Norden. Der Anbau mit den Kinderzimmern ist ebenfalls aus Ortbeton errichtet. Die raumhoch darin eingelassenen Verglasungen nach Norden und Osten sind um rund 1,00 Meter eingerückt. Aus Beton bestehen auch die filigranen Treppen aus konisch zulaufenden Fertigteilstufen im Innen- und Außenraum.

Bautafel

Architekten: Pitsou Kedem Architects, Tel Aviv
Projektbeteiligte: Pitsou Kedem, Nurit Ben Yosef, Tel Aviv (Designteam)
Bauherr: privat
Standort: Ramat Hasharon, Israel
Fertigstellung: 2012
Bildnachweis: Amit Geron, Tel Aviv