Brüder-Grimm-Schule in Hannover

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Sanierung eines Schulkomplexes aus den 1960er-Jahren

Anfang der 1960er Jahre wurde im Nordosten der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover die Brüder-Grimm-Schule im typisch zeitgenössischen Stil errichtet. Mehrere ein- und zweigeschossige Flachdachbauten mit großflächigen Fenstern oder schmalen Oberlichtbändern gruppieren sich rechtwinklig um die zwei Innenhöfe der Grundschule. Ein Schulkindergarten und eine Turnhalle mit angrenzenden Umkleideräumen wurden später als weitere Trakte ergänzt.

Nach 50 Jahren intensiver Nutzung entsprach der Schulkomplex nicht mehr den aktuellen und zeitgemäßen Anforderungen. Sowohl ein neues Brandschutzkonzept, Maßnahmen zur Instandhaltung und zur Verbesserung der Barrierefreiheit als auch eine energetische Sanierung waren dringend notwendig. So erfuhren weite Teile der Bildungseinrichtung, wie der Verwaltungstrakt, die Sporthalle, die Aula, die Pausenhalle, die Treppenhäuser und zahlreiche Unterrichtsräume durch die hannoverschen Architekten vom Büro pk nord eine Runderneuerung, die für erhebliche energetische und räumliche Verbesserungen sorgte. Während der zweieinhalbjährigen Sanierungszeit musste die Hälfte der 400 Schüler in mobilen Containern unterrichtet werden.

Sanierung und Modernisierung
Die schadhafte und wenig ansehnliche, alte Fliesenfassade, die das Äußere des Gebäudes jahrelang prägte, wurde entfernt und durch ein hell verputztes, etwa 20 cm starkes Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrol ersetzt. Im Dachbereich war eine Dämmstärke von 30 cm möglich; die Kellerdecke ließ eine Dämmung von 10 cm zu.

Um den Schülern die Orientierung innerhalb des Komplexes zu erleichtern und das äußere Erscheinungsbild der Grundschule optisch aufzulockern, bekamen manche Baukörper eine differenzierte Farbgebung. So wurde der Werkbereich grün, die Aula rot, der Sanitärtrakt blau und die Turnhalle gelb gestrichen. Die vorhandenen Glasflächen wurden durch Holz-Alu-Fenster und thermisch getrennte Stahl-Glas-Konstruktionen, die den aktuellen Vorgaben der EnEV entsprechen, ersetzt.

Im Inneren der Schulgebäude wurden die sanitären Anlagen ausgetauscht und die Räume neu gefliest. Die stark überarbeitungsbedürftigen und zum Teil schadstoffbelasteten Bodenbeläge aller Erschließungsflächen wurden entfernt und erneuert. Auch die Klassenräume erhielten neue Linoleumböden in angenehmer Farbgebung. Außerdem wurden hier Akustikdecken eingebaut, um die Sprachverständlichkeit speziell für hörgeschädigte Schüler zu erhöhen.

Die gesamte Haustechnik, von der Heizungsanlage bis zur Elektroinstallation, wurde den heutigen Standards angepasst und ausgetauscht. Zudem wurde auf der 1.250 m² großen Dachfläche eine Solaranlage zur Stromerzeugung errichtet.

Um das Brandschutzkonzept auf den neuesten Stand zu bringen, wurden weitere Treppenhäuser errichtet und zusätzliche Rettungswege geschaffen. Neu installierte Rauchmelder, nicht brennbare Wandelemente und feuerhemmende Rauchschutztüren (T30) runden das Konzept ab.

Mit dieser Kombination verschiedener Maßnahmen der energetischen Sanierung konnte eine rechnerische Reduktion der Heizkosten um etwa 70% erzielt werden. Der erreichte Standard unterschreitet die Anforderungen der Energieeinsparverordnung an einen Neubau um 20%, sodass Sanierungszuschüsse aus dem EU-Programm Concerto beantragt werden konnten.

Bautafel

Architekten: Architekturbüro pk nord, Hannover
Projektbeteiligte: Drewes + Speth, Hannover (Statik); Ingenieurbüro Reichert, Hannover (Akustik); Stamme-Streit & Partner Planungsgesellschaft, Hannover (Heizung/Sanitär); Streese & Partner, Hannover (Elektroinstallation); Dröge & Kerck Landschaftsarchitekten, Hannover (Außenanlagen)
Bauherr: Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Gebäudemanagement
Fertigstellung: 2011
Standort: Constantinstraße 63, 30177 Hannover
Bildnachweis: Frank Aussieker, Hannover und Angelika Blencke, Hannover

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