Abfertigungsterminal Flughafen Barajas in Madrid/E

Ungewöhnliche Lösungen mit Tages- und Kunstlicht

Gallerie

Im Rahmen der Erweiterung des Flughafens Barajas mit einem neuen Abflugterminal wurde dessen Kapazität auf bis zu 70 Millionen Passagiere pro Jahr erweitert und ist damit der größte Flughafen Spaniens. Ergänzt wurden neben dem Terminal auch Satellitengebäude, die zugehörigen Parkhäuser, ein automatisches Gepäckabfertigungssystem, eine automatische Personenbeförderung zwischen Hauptterminal und Satellitengebäude sowie Eisenbahn- und U-Bahn-Stationen.

Aufgrund der Größe der Anlage von mehr als einem Kilometer Länge und einer Nutzfläche von mehr als einer Million Quadratmeter entschied man sich für eine erweiterbare Struktur aus Modulen im Raster von 18 x 9 Metern. Das Hauptterminal gliedert sich in drei Ebenen: Im Erdgeschoss befindet sich die Ankunft, im mittleren Geschoss die Verwaltung und im Obergeschoss der Abflug.

Charakteristisches Merkmal des Flughafens sind die wellenförmigen Dachelemente, deren Hauptlast von konischen, V-förmigen Stahlbetonsäulen und 72 Meter langen vorgespannten Fertigteilträgern getragen wird. Die Stützen sind paarweise im Abstand von 18 Metern entlang der Längsachse jedes Gebäudes angeordnet. Das Dach aus Aluminium überdeckt das Hauptterminal und die Satellitengebäude. Es beschattet die verglasten Fassaden mit weiten Überständen, die durch zusätzliche Sonnenschutzelemente an den Längsseiten ergänzt werden.

Die Außenkante des Daches tragen geneigte Stahlstützen aus je zwei ovalen Hohlprofilen, die sich nach oben hin Y-förmig verzweigen. Im Gebäudeinneren ist die geschwungene Decke in den öffentlichen Bereichen mit hellen Bambusleisten verkleidet. Die Glaselemente der Fassade werden durch neun Meter lange Riegel gehalten und sind zwischen vorgespannten Seilträgern angeordnet. Diese spannen zwischen den Hauptträgern des Daches und der Bodenplatte und bilden die tragende Struktur der Fassade.

Lichtkonzept
Das natürliche Licht über die Innenhöfe in allen Gebäuden ermöglicht die Aussicht ins Grüne und erzeugt eine entspannte Atmosphäre im Flughafen. Im Obergeschoss werden die Abflugbereiche durch große Oberlichter in regelmäßigen Abständen mit Tageslicht versorgt. Textilblenden an den Oberlichtern leiten das Licht nach unten und verhindern einen schrägen Lichteinfall, der zu Blendungen führen könnte. Gebäudehohe Lichtgräben teilen die Geschossdecken in parallele Streifen und versorgen die unteren Ebenen mit Tageslicht. Sie erleichtern die Orientierung im Gebäude und grenzen die einzelnen Bereiche wie Ankunft, Check-in, Pass- und Sicherheitskontrolle sowie Boarding voneinander ab. Für die künstliche Beleuchtung der unterschiedlichen Bereiche des Flughafens wurden verschiedene Konzepte entwickelt.

Im Abflugareal wurden neu entwickelte Spiegelwerfer-Systeme unter den Oberlichtern abgependelt, die ein mittleres Beleuchtungsniveau von 300 Lux erzeugen und den warmen Farbton der Bambusdecken zur Geltung bringen. Jeweils zwei Rundspiegel reflektieren das gebündelte Licht von drei an Stahlseilen abgehängten Werfern.

Auf der Ankunftsebene kam ebenfalls eine Neuentwicklung zum Einsatz, die sehr flachen Fresnelspiegel in Form von 'Woks'. 18.000 dieser Leuchten mit einem Durchmesser von jeweils 1,5 m bilden eine kompakte Lichtdecke, die den Raum mit weichem, gerichtetem Licht versorgt. Dabei strahlt ein im Zentrum jeder Rundleuchte platziertes Downlight nach unten ab, wo ein abgependelter Reflektorring einen Teil des Lichts zurückwirft auf den doppelparabolisch geformten Sekundär-Reflektor. Die Wok-Form der Lampen erfüllt darüber hinaus akustische Belange. Sie ermöglicht eine gleichmäßige Beschallung des Raums durch Lautsprecher, die im Zentrum der Downlights integriert werden können.

Neben diesen beiden Lichtlösungen kamen auch Serienleuchten zum Einsatz wie beispielsweise Fluter zur Vorfeldbeleuchtung und zur Anstrahlung der Gebäudestützen sowie Lichtbandsysteme zur Beleuchtung der Gepäckzonen und Serviceräume.

Objektinformationen

Architekten: Richard Rogers Partnership, London/GB; Estudio Lamela, Madrid/E
Projektbeteiligte: Anthony Hunt Associates, London; TPS, Croydon mit OTEP; HCA, Madrid (Tragwerksplanung); dosAdos, Barcelona (Landschaftsplanung); Arge ACS, FCC, Ferrovial Agroman, Necso und Sacyr/E (Rohbau); Arup, London (Fassadenplanung, Lichtplanung); Siteco Beleuchtungstechnik, Traunreut (Leuchten)
Bauherr: Spanische Flughafenbehörde Aena, Madrid
Fertigstellung: 2006
Standort: Madrid/E
Bildnachweis: Siteco Beleuchtungstechnik

Objektstandort

Flughafen Barajas
28042 Madrid
Spanien

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