Kirchenanbau in Arlesheim/CH

Amorph perforierte Fassadenplatten

Die Kirche der evangelisch-reformierten Gemeinde im schweizerischen Arlesheim liegt in einem parkähnlichen Villenquartier hinter dem Pfarrhaus. Sie wurde 1911/12 von den Architekten La Roche & Staehelin erbaut. 2007 zeigten sich bei einer Bestandsaufnahme große Schäden an Fassade, Turm und Dach. Mit den Sanierungsarbeiten, die auch die Turmuhr und den Wetterhahn umfassten, wurde der Arlesheimer Architekt und Kirchenpfleger Martin Plattner beauftragt.

Gallerie

Gleichzeitig fasste die Gemeinde den Beschluss zu einer Erweiterung der Kirche an der Südostseite mit einer sogenannten Retraite, wortwörtlich aus dem französischen „Rückzug“. Neben den namensgebenden Rückzugsmöglichkeiten beinhaltet der Anbau zusätzlichen Stauraum und die WCs, außerdem ermöglicht er einen barrierefreien Zugang zur Kirche.

Pfarrer Matthias Grüninger erläutert: „Während der Gottesdienste können sich Eltern mit ihren Kleinkindern, falls diese zu laut werden, in den neu geschaffenen Raum zurückziehen. Dort können die Kinder krabbeln, zeichnen oder Bilderbücher betrachten während die Eltern die Möglichkeit haben, zumindest mit einem Ohr dem Gottesdienst zu folgen. Per Lautsprecher wird er akustisch in den neuen Raum übertragen. Der Raum wird aber auch während der Konzerte nützlich und hilfreich sein: Musiker, Sänger und Chöre können sich dort einsingen und ihre Instrumente einstimmen. Durch eine Verbindung mit der Sakristei wird für Konzertbedürfnisse ein direkter Zugang der neuen Räume zum Chorraum der Kirche ermöglicht. Dies erweitert die Nutzungsmöglichkeiten unsere Kirche enorm.“

Sonnenschutz
Vom Innenraum der Kirche tritt die Retraite nicht in Erscheinung und ordnet sich auch von außen dem Kirchenbau unter. Die Fassade ist jedoch keinesfalls historisierend, sondern ganz im Gegenteil, vollflächig mit rötlichen amorph perforierten Fassadenplatten aus Polyurethan-verleimtem Holzwerkstoff verkleidet

Der Bezug zur Kirche erfolgt über die Farbe der Platten und ihre Perforation. Die Farbe Rot nimmt genau den des Holzwerks im Bestand auf und verknüpft so alt und neu. Dagegen übersetzt die auf den ersten Blick ungewöhnliche amorphe Perforierung die Muster der Glasornamente in den Kirchenfenstern auf zeitgenössische Weise. Wie diese ist auch sie sowohl von innen als auch von außen optisch wirksam. Neben ihrer Funktion als Fassadenverkleidung dienen die nach einem Entwurf des Architekten perforierten und 19 mm starken Platten als Sicht- und Blendschutz. Sie minimieren die unerwünschten seitlichen Einblickmöglichkeiten ebenso wie die Einstrahlung der Mittagssonne.

Pfarrer Matthias Grüninger: „Mit einer überaus klaren und einfachen Architektursprache bilden die neuen Räume nicht nur eine praktische, sondern auch kühne ästhetische Ergänzung zur denkmalgeschützten Kirche. So verborgen die neue Raumflucht auch sein mag, zu verstecken braucht sie sich nicht.“

Bautafel

Architekten: Martin Plattner, Arlesheim/CH
Projektbeteiligte: Kantonale Denkmalpflege, Liestal/CH; Sprenger & Partner Bauing., Arlesheim/CH (Ingenieur); Lienhard Bau- & Raumakustik, Langenbruck/CH (Akustik); Claude Marrannes, Lupsingen/CH (HLK); Michael Hübscher, Basel/CH (Lichtplanung); Bruag, Güttingen/CH (Formboard Fassadenplatten)
Bauherr: Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde, Arlesheim/CH
Fertigstellung: 2008
Standort: Arlesheim/CH
Bildnachweis: Bruag, Güttingen/CH (1,3,5), Martin Plattner, Arlesheim/CH (2,4,6,7)

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